Plattenkritik

The Migthy Mighty Bosstones - The Magic Of Youth

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Release Date: 09.12.2011
Datum Review: 30.11.2011

The Migthy Mighty Bosstones - The Magic Of Youth

 

Darf man das Wort „Jugend“ nach 25 Jahren buckeligem Preschens über punkige Skacoreautobahnen noch stolz und inbrünstig auf sein lila Albumcover drucken? Ebenso kann nicht jede Band einen Tänzer als festes Mitglied und ein doppeltes Angeberadjektiv im Namen vertreten. Die Kollegen um Whiskeyfreund Dicky Barrett erklären „The Magic Of Youth“ dennoch verständlich. Und einfach: Mit lustigen bunten Comiccharakteren.

Zunächst wäre da mit „The Daylights“ ein klassischer und blickdichter Opener –typisch für THE MIGHTY MIGHTY BOSSTONES. Der skankende Gentleman im Karoanzug trifft auf den Lokführer unter ihm - und beide sorgen für die gewohnte Feiertauglichkeit und ordentlich Dampf und Tempo auf dem Gleis. Die souveränen Bläserlinien zerren sich mit den stämmigen und schwungvollen Choruseinleitungen selbst ins Ziel – als wären sie nie vermisst worden. Schon mit dem Nachfolger „Like A Shotgun“ schießt das Oktett bis an die obere Spitze der Hitgrenze: Während der Moshpit schon den Fußknochen des Kaninchens auf dem Gewissen hat, genießt die bebrillte Schildkröte noch die hochqualitative Hookline um „...I´m As Happy As Someone Like Me Could Be!“.

Die reißenden Midtempopfannen wie „The Package Store Petition“ oder „The Magic Of Youth“ können auch 2011 noch überzeugen, der fleißige Feuerwehrmann sorgt mit dem verantwortlichen Wachtmeister zusammen für die Einhaltung der Stiltreue und wirkt Stagnation oder altersbedingter Blindkopie entgegen. Die MIGHTY MIGHTY BOSSTONES fügen sich dem hohen Anspruch an musikalischen Qualitäten, die ihre Heimatstadt von CONVERGE über DROPKICK MURPHYS bis GANG GREEN über die Jahre ausgespuckt hat mit erhabener Güte. Bei aufgeklärten Offbeat-Angriffen wie „Sunday Afternoons On Wisom Avenue“ oder sonnigem Rock aus „The Upper Hand“ schmunzeln sich nicht nur Teufel und Nonne vertraut zu - zu gern fühlt man sich in die Spanne zwischen „Let´s Face It“ und dem beschließenden „Jackknife To A Swan“ zurückversetzt, ohne sich dabei zu langweilen oder nach Ausreden suchen zu müssen.

Noch lange keine Rollstuhlband also, zünden Late-Nite-Stimme Barrett, Vegas und Co. hymnenhafte Sing-A-Longs wie „They Will Need Music“ bevor sie mit „Open And Honest“ fast theatralisch die Stereoanlagenuhr ablaufen lassen. Zwei Jahrzehnte akustisch ungeschehen machen – es funktioniert. Und darf mit Stolz und Inbrunst behaupten, die vertonte Version von „The Magic Of Youth“ zu sein.

Trackliste:
01. The Daylights
02. Like A Shotgun
03. Disappearing
04. Sunday Afternoons On Wisdom Ave
05. They Will Need Music
06. The Package Store Petition
07. The Horse Shoe And The Rabbits Foot
08. The Magic Of Youth
09. The Upper Hand
10. The Ballad Of Candlepin Paul
11. Open And Honest

Alte Kommentare

von chichi 30.11.2011 19:04

hab nur einen song vorweg auf youtube gehört und sofort vorbestellt. da wird auch vorher kein stream angehört, vorfreude is zu groß. aber die platte kann nur der hammer werden!

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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