Plattenkritik

The Most Serene Republic - Population

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Release Date: 29.02.2008
Datum Review: 18.05.2008

The Most Serene Republic - Population

 

Sehr merkwürdig: aus purer Nostalgie kramte ich vor ein paar Tagen das 96er Jump & Run „Pandemonium“ aus. Völlig zufällig liegt im Laufwerk des Notebooks auch noch die MOST SERENE REPUBLIC Platte „Population“. Go go Multimedia. Irgendwie verschmolzen CD und Spiel miteinander. Jedes mal, wenn Pandemonium anging, lief THE MOST SERENE REPUBLIC mit. Und es fiel nicht einmal auf.

„Population“, das zweite Album des kanadischen Kollektivs, schafft es wilde Abenteuer mit Zauberermädchen, umherwirbelnden Narren, Monstern und psychedelischen Gestaltwandeltränken völlig plausibel und perfekt einzurahmen.
Angefangen beim polyrhythmischen Intro mit allerlei Klackern, spacigen Synthies und entspannt gepfiffener Melodie hin zu „The Men Who Live Upstairs“, das einen an SUFJAN STEVENS erinnernden Folk-Song mit sphärischem Chor und der Dynamik aus Ryan Lenmssen und Sängerin Adrian Jewett erst in ein vielstimmiges Symphonie-Inferno verwandelt, um es dann in eine See aus Noise-Gitarren zu steuern. Selten war ein Song besser dazu geeignet auf gigantische Wassermelonen zu hüpfen.

Pompöse Pianoarrangements und flächige Songentwürfe gehen Hand in Hand und erzeugen ein Geflecht aus Melodien, Rauschen, Chören, so zauberhaft, wie verstörend. Ich habe versuchsweise die CD aus dem Laufwerk entfernt. „Pandemonium“ läuft auch ohne „Population“ – aber es ist einfach nicht dasselbe, und ja, es soll auch einen epischen Originalsoundtrack geben. Den aber will ich gar nicht mehr hören.

Tracks:

1. Humble Peasants
2. Compliance
3. The Men Who Live Upstairs
4. Present Of The Future End
5. A Mix Of Sun And Cloud
6. Battle Hymn To The Republic
7. Why So Looking Back
8. Sherry And Her Butterfly Net
9. Agenbite Of Inwit
10. Career In Shaping Clay
11. Solipsism Millionaires
12. Multiplication Desks
13. Neurathenia

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Dennis

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