Plattenkritik

The Number Twelve Looks Like You - Worse Than Alone

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 17.04.2009
Datum Review: 29.04.2009

The Number Twelve Looks Like You - Worse Than Alone

 

Zunächst einmal: Schön dass TN12LLY heuer mit mehr musikalischer Dichte auf HörerInnen einzuprügeln wissen. Dazu kommt ekelhaftes Kontraststreicheln der Wunden Wangen, damit es danach auch ja nochmal so richtig schön knallen und weh tun kann. Mit einem wesentlich direkteren Sound nehmen TN12LLY den jeweils kurzmöglichsten Weg von der Hook zum Shredd, vom Groove zum Move und vom Effekt zum Bankett. Und die Tafel ist reichlich gedeckt!

Spätestens wenn im Backgroundgesang Mr. Prog himself aka FRANK ZAPPA zitiert, die BLOOD BROTHERS Fußnote zum augenzwinkernden Spiel mit der eher offenen Hörerschaft wird und bei der ganzen Chose trotzdem der Sinn von "Worse Than Alone" nie in außer Frage steht wird klar: Total modern, die neuen TN12LLY. Stimmig, mindestens so vielstimmig wie ihr musikalisches Manifest, ist die Artworkcollage. Kombinationen, ja richtig, und dazwischen kann sogar noch sowas wie Zeitgeist ausgemacht werden. Die Spannung, die dieses Album in seiner Art erzeugt liegt nämlich eng am (Subjekt- und Ich-) Empfinden des potentiellen Hörers. Denn da, wo Mann und Frau sich nochmal so richtig spüren dürfen, nämlich im ästhetischen Zusammen-Fallen der Alltagskomplexitäten (aka Chaos), in der kurzzeitigen Verdichtung, da geht`s noch ganz gut. Besonders beim Musikhören. Scheiße noch eins sind TN12LLY moderne Künstler, quasi exemplarische! Die treiben nämlich Handel mit dem Wahnsinn, wie Susan Sontag mal richtig bemerkte. Witzig, dass sie in diesem Zusammenhang über Pornographie geschrieben hat, denn geil machen TN12LLY nämlich auch. "TN12LLY" - so verkürzt und zusammengestrichen kann ihr Name gut und gerne als Synonym für "Worse Than Alone" durchgehen. Direkt, abstrakt, undurchsichtig, ein Chaos aus Buchstaben, Zahlen und am Ende KLängen. Bleibt irgendwie immer modern, sofern die Erfahrung des Einzelnen hier das Zentrum bildet. Und sei es nur zwischen den Muscheln eines guten Kopfhörers.

Tracks:
1. Glory Kingdom
2. Given Life
3. To Catch A Tiger
4. Marvin's Jungle
5. The Garden's All Nighters
6. If They Holler, Don't Let Go
7. Retort, Rebuild, Remind
8. League Of Endangered Oddities
9. Serpentine Reinhören
10. I'll Make My Own Hours

Alte Kommentare

von Joghurt 29.04.2009 23:12

Endlich das Review hier ;) Hat mich genau so begeistert, die Platte kann alles!

von jsr 30.04.2009 01:25

Also bei dem Text hätte ein simples 9/10 auch genügt...

von Matze 30.04.2009 06:51

"The Garden's All Nighters" ist so unglaublich toll

von penguin-in-the-desert 30.04.2009 07:14

Großartige Platte. Sommerfeeling auf Irre!

von Rumpel 02.05.2009 22:42

Leser: (9 Votes, 9.11 Skulls) .. nette Ausbeute

von Joghurt 03.05.2009 00:36

Leser: (11 Votes, 7.64 Skulls) Haben schon wieder irgendwelche Idioten mal eben die Platte schlecht bewertet, ohne sie gehört zu haben? Ach ja, weil der Bandname ja so Scene ist..

von Luke 06.05.2009 19:54

das album klingt zwar erheblich anders als das alte zeug, aber nichtsdestotrotz isses n hammer-album. 9/10

von thatchai 07.05.2009 16:32

immer wieder cool

Autor

Bild Autor

Sebastian K.

Autoren Bio

Suche

Social Media