Plattenkritik

The Plight - Winds Of Osiris

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Release Date: 18.12.2009
Datum Review: 04.01.2010

The Plight - Winds Of Osiris

 

Musik, das war schon immer mein Ding. Doch das Rumgesülze aus dem Radio, was sich Papa da jetzt immer gibt, nervt. Längst hat er zu Gunsten von Mama die Poster von Angus Young und Slash abgehangen, seine Kiste voll mit alten Schallplatten im Keller barrikadiert. Also: ab in den Keller, Staub weggepustet, Platte aufgelegt, Nadel, Kopfhörer aufgesetzt – soll ja keiner mitbekommen dass ich Papis Evergreens von LED ZEPPELIN, BLACK SABBATH oder BLACK FLAG anfasse.

Als ich mit Papa vom Weihnachtsmarkt kam stach mir beim vorbeigehen an einem kleinem Musikgeschäft eine Gitarre auf. Nein, nicht irgendeine Gitarre: eine Les Paul. Von Gibson. Bald ist ja Weihnachten, dachte ich; und Gitarre spielen, das wollt ich schon immer. Doch Papa weißt ab, meint er wolle mir alles schenken, nur bloß keine Gitarre; es gäbe doch so viele schöne Dinge, die er mir schenken könnte. Ein paar Tage später stoß ich beim erneuten stöbern im Keller ebenfalls auf eine Gitarre, eingehüllt in Folie und ferner in einem Koffer, unauffällig versteckt unterm Bett. Wenn Papa wüsste, was ich damit noch alles anstellen sollte…

Mittlerweile bin ich etwas älter, aus meinem Gesicht sprieß schon das ein- oder andere Haar; und zusammen mit meinen Kumpels wohne ich jetzt in einer kleinen Wohnung abseits der Stadt, welche wir gleichzeitig auch als Proberaum nutzen. Es stinkt hier. Und nebst Pizzaresten und einigen Flaschen, von dessen Inhalt meine Eltern besser nichts erfahren sollten, steht sie: Papas Gitarre. Keine Les Paul, aber immerhin eine Strat. Das ist ja auch was; und der eine Typ von DEEP PURPLE hatte glaube ich immerhin auch eine! Ob Papa je bemerkt hat dass sie abhanden gekommen ist? Egal.

Die Jungs und Ich, das sind mittlerweile THE PLIGHT. Das „The“ vor unserem Namen ist dabei genauso Oldschool wie unsere Musik. Modernes Zeug macht mich auch nicht so an, ich höre lieber „Paranoid“ oder „My War“. Letztens hat mich einer der Jungs auf die Band DOOMRIDERS gebracht – auch nicht schlecht. Haben irgendwie auch nen sehr ähnliches Musikverständnis wie wir, fällt mir grad auf. Hoffentlich gibt’s die auf LP. Unser Sänger steht ja auch auf diesen ganzen Hardcore-Kram; und manchmal – aber echt nicht immer –, da hör ich da ganz gern mit. Letztens kam er beispielsweise sehr begeistert mit einer Band namens LEWD ACTS um die Ecke. Werd ich irgendwie nicht warm mit. Ist mir ehrlich gesagt auch etwas zu düster. Aber solang er seinen Job macht… und ich finde, die Art, wie er singt hat schon was Besonderes, machen ja nicht viele die so Musik machen wie wir. Und solang ich die Bluestonleiter rauf- und runter dudeln darf… wobei, manchmal, da guck ich mir auch ganz gern das ein- oder andere Riff aus diesem Genre ab. Ich find das passt auch ganz gut zu uns und gibt ne interessante Mischung.

Ob Papa das alles gut fänd? Manchmal, auf unseren Shows, da hab ich das Gefühl ihn ab und an im Publikum zu sehen. Doch da bin ich eh so voll mit Whiskey dass ich schon so einiges sehe… und egal, wovor Papa mich damals bewahren wollte: ich werd es weiter als er schaffen. Ganz bestimmt. Und es ist sicher auch nur eine Frage der Zeit, bis wir aus dem Vorprogramm drüben in der Bar rauskommen.

Alte Kommentare

von du magst die art 04.01.2010 13:04

von renes reviews oder? http://allschools.de/record/1273708/

von Olivier H. 04.01.2010 13:14

Ich mag es einfach gerne mal Reviews zu schreiben die anders sind als als das übliche Schema. Gerade bei Platten, die man im Grunde in drei Sätzen abarbeiten könnte.

von loki 04.01.2010 13:15

bis auf den einen satz, sehe ich da auch nicht wirklich ähnlichkeiten. schönes ding jedenfalls dein review.

von Olivier H. 04.01.2010 13:16

Und René ist ein großartiger Schreiber. Da passiert es sicher ab und an mal, dass man sich etwas inspirieren lässt.

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Olivier H.

Autoren Bio

"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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