Plattenkritik

The Raveonettes - Pe'ahi

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Release Date: 25.07.2014
Datum Review: 22.08.2014

The Raveonettes - Pe'ahi

 

Die Damen und Herren, denen der Albumtitel des siebten RAVEONETTES-Albums direkt den Kloss aus dem Hals spuelt, sind vielleicht nicht die definitive Zielgruppe des duester vibrierenden Sounds der Daenen. Das Duo um Sune Rose Wagner und Sharin Foo klettert auf dem duennen Ast noch ein Stueckchen hoeher und erweitert mit "Pe'ahi" am Ende nicht nur ihr bisheriges Soundspektrum.

Ein bekannter Surfspot auf Maui erklaert noch lange keinen Sinneswandel, was die textlichen und stets emotional unterfuetterten Vorlieben von Foo und Wagner angeht. Allerdings ist der RAVEONETTES-Gitarrist am besagten Ort vor einiger Zeit beinahe ertrunken und raeumt das Feld seiner Erkenntnisse im Nachhinein auf. An den eigentlich (immer noch) glarklaren Popstrukturen, die angereichert mit ausuferndem Fuzz und messerscharfen Harmoniegesaengen wie eine dunkle Gasse in Zeitlupe klingen aendert sich dennoch wenig. "Sisters" und das zweigeteilte "Z-Boys" sind verwundbare und zugleich selbstbewusst arrangierte Songs, die von stoischem Noiserock-Ansatz bis zum elektronischen Drumgroove gaenzlich auf ihre Atmosphaere setzen. Das lateinamerikanische Intro zu "Endless Sleeper" wendet sich innerhalb von weniger Momente hallendem Gitarrenpicking zu, bevor Sharin Foo einen glasklar geschichteten Indiepop-Chorus einstreut.
"Wake Me Up" tippelt zwischen Tagtraum und magerem Rock, "A Hell Below" liefert die auf "Pe'ahi" praesenten Gegenpole mit am besten: Melancholische Refrainlinien gehen wie die Sommersonne ueber den schmerzhaft verzerrten Gitarren auf, bevor sich "Kill!" mit seiner schizophrener Spannungskurve zwischen Horrorfilm und Strandspaziergang stellt.
"When our love dies, do we die too? When the sun drowns, do we drown too?" fragt Foo bei "When Night Is Almost Done" zoegerlich aber berechtigt zwischen synthetischem Klavier und uebersteuerten Akkorden. Ein Moment, der die Intensitaet von "Pe'ahi" auf den Punkt bringt. Die Qualitaeten der Wahl-Kalifornier - sei es das markante Songwriting oder die stattlich beladene Produktion - gehen den grossen Schritt unproblematisch mit und stellen keine Fragen. Die Reife, so beweisen es die zehn Songs bereits nach kurzer Zeit, steht den RAVEONETTES und ihrer Zusammenarbeit mit Produzent Justin Meldal-Johnsen schlicht besser als ein Gespraech ueber Blumen und Farben.

Trackliste:


01. Endless Sleeper
02. Sisters
03. Killer in the Streets
04. Wake Me Up
05. Z-Boys
06. A Hell Below
07. The Rains of May
08. Kill!
09. When Night Is Almost Done
10. Summer Ends

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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