Plattenkritik

The Real McKenzies - Westwinds

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Release Date: 27.03.2012
Datum Review: 29.03.2012

The Real McKenzies - Westwinds

 

Hüten werden sich die stürmischen westlichen Winde aller Meere, das Genre oder die bequeme Sparte in der sich Paul McKenzie und seine Band seit ganzen zwanzig Jahren befinden, neu zu definieren. Behüten tun diese treuen Chaoten aus Vancouver ihr Genre nämlich ebenso stolz und wahrhaftig, wie das erste Album seit vier Jahren selbstverständlich und komplettiert klingt. Kommt Zeit, kommt Tat.


Anfang und Ende spielen auf dem siebten Studioalbum der Kanadier eigentlich gar keine Rolle. Feiern geht immer. „The Tempest“ lässt die Laune zwar etwas gemächlicher ansteigen, spätestens die „Fool´s Road“ begradigt mit durchgeschütteltem Dudelsack und stocknüchterner Dynamik die Freeways zwischen Schottland und British Columbia. THE REAL MCKENZIES sind verlässlich und dennoch weiter anspruchsvoll: Mehrere Monate hat die Produktion von „Westwinds“ in Anspruch genommen, drum herum tourt(e) das Sextett bis zum Erliegen. Der räudige Sound, der quäkende und direkte Dudelsack und die trabenden Punkrockschweißperlen darunter passen auch nach zwei Dekaden McKenzie-scher Abart noch aufs Tanzparkett, an die Bar und auf die Wochenendplayliste. „My Luck Is So Bad“ schreit nach einem Drink gegen die Thematik im Titel, „The Message“ spielt aktuelle DROPKICK MURPHYS blind an die Wand und selten haben sich Pipes und Distortion so gut vertragen wie im kühlen „Burnout“. Wo immer THE REAL MCKENZIES auf ihrer die Seefahrt thematisierenden LP auch andocken, stets werden von Songwriting bis Hookline die Schotten auch brav dicht gemacht.

Von der zierlichen Ballade „Hi Lily“ über das authentische „I Do What I Want“ als Atemzuggelegenheit bis zum Must-Have-Bierschlachtbrett („The Massacre Of Glencoe“) findet noch jedes Kaliber seinen Platz auf dem Kahn von Sean Sellers, Gwomper, Gord Taylor, Dirty Kurt Robertson, The Bone und Sänger Paul.
Wo das Paar Schuhe so seelenruhig zusammengezimmert wird, fallen auch ein paar schiefe Bagpipes-Töne oder das abgenutzte (und somit eigentlich nur originellere Organ) McKenzies unter den Tisch. Zwanzig Jahre und etliche Promille später: THE REAL MCKENZIES überholen ihre Vergangenheit. Und das ausgerechnet mit einem Segelschiff.


Trackliste:

01 – The Tempest
02 – Fool’s Road
03 – I Do What I Want
04 – The Message
05 – My Luck Is So Bad
06 – The Massacre Of Glencoe
07 – The Bluenose
08 – Burnout
09 – Halloween
10 – Hi Lily
11 – My Head Is Filled With Music
12 – Barrett’s Privateers
13 – Pipe Solo – Francis Fraser
14 – Song For Mike

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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