Plattenkritik

The Swellers - Good For Me

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Release Date: 14.06.2011
Datum Review: 09.01.2012

The Swellers - Good For Me

 

Es war einmal – vor vielen Jahren – im Sommer in einem kleinen Kaff in Michigan. Was sollten die Brüder Jonathan und Nick nur mit ihrer Freizeit anfangen? Die Heimatstadt Flint hatte wenig zu bieten. Gitarre, Schlagzeug, Mädels und Rockmusik – damit hatten die beiden Jungspunde was am Hut. Vereint in einer Garage und aufgepeppt mit ein paar Freunden, denen es ähnlich ging, hatten sie Träume, Pläne und Ideen. Und dann auf einmal eine echte Band.

Ein Demo, dann „Beginning Of The End Again“, dann„The Everest“ und letztlich„Ups And Downsizing“ zogen ins Land, doch die Diener-Gebrüder hatten noch lange nicht genug. Pläne, Träume und Ideen waren vielleicht nicht mehr dieselben – aber vorhanden waren sie noch immer und reichlich. Vielleicht waren sie – wie auch Nick, Jonathan, Anto und Ryan selber – älter und spezieller geworden, mit ein paar Abstrichen hier und da. Aber das mit der Rockmusik schien immer noch ein aktuelles Paar Schuhe. Klar, das mit den Mädels auch. Aber im Alltag der Band, seit 2003 getauft auf den schlichten Namen THE SWELLERS, gab es plötzlich auch noch andere Inhalte. Plattendeals zum Beispiel. Oder die Warped Tour. Aber eben auch noch dieselbe Garage. Und deswegen gibt es nun (bereits seit letztem Sommer) „Good For Me“. Darauf dürfen „Parkview“ oder der glatte und nahtlose Opener „Runaways“ auch endlich mal durchatmen vom energischen Doublebeat-Schlagzeug und den unverblümten Skatepunkriffs der alten Tage und einfach klingen, wie schlicht schöne und gemäßigte BAYSIDE- oder THE ATARIS-Nummern. Poppunkige Hits bleiben trotzdem ein süchtig machendes Streugut der US-Band, so bügelt „Inside My Head“ direkt übers Ohr, und beim umarmenden „Nothing More To Me“ hüpft der Melodiebogen mit dem Publikum mindestens um die Wette. Mühe haben sie sich gegeben, die SWELLERS. Der Sound des Fueled By Ramen-Nachfolgers, die nasal markante Stimme Dieners´ und randvoll kompakte Riffarbeit lassen das Quartett mit Würde „altern“.
Auch wenn die zehn Songs von „Good For Me“ vorbeiziehen, wie die Jahre in Flint, Michigan. Gerne hätte nach dem großzügigen „Warming Up“, was so tragend wie schlitternd auch aus River Cuomos´ Feder hätte stammen können, noch ein weiteres Hittrio aufgeschüttet werden dürfen. Aber auch das Leben geht weiter, zwischen weltweiten Touren, zwischenmenschlichen Abgründen und der immer weiter tickenden Uhr – egal, wo THE SWELLERS sich gerade befinden.

Geschichten und Erfahrungen - sei es der besondere Sommer aus „The Best I Ever Had“ oder die unwirkliche Veränderung, geschildert in „The Damage“ - gibt es noch genug zu erzählen. Und mit PARAMORE, LESS THAN JAKE oder DEAF HAVANA on the road und raus aus dem verfallen(d)en Industriestaat, kommt man den Träumen aus den Anfangstagen doch verdächtig nahe. „Good For Me“ ist dann sicher erst der Startschuss.

Trackliste:
01. Runaways
02. Inside My Head
03. The Damage
04. Parkview
05. The Best I Ever Had
06. Better Things
07. On The Line
08. Nothing More To Me
09. Prime Meridian
10. Warming Up

Alte Kommentare

von jonsen 10.01.2012 13:18

huch, jetzt erst review?! :-O super geile scheibe finde ich. "the best i ever had" ist ein perfekter song, da fehlt einfach garnichts...;)

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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