Plattenkritik

The Swellers - Running Out Of Places To Go

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Release Date: 19.10.2012
Datum Review: 16.10.2012

The Swellers - Running Out Of Places To Go

 

Busfahrer, Ortsansässiger, Fluggesellschaft, Reiseleitung: Bei den Diener-Brüdern gibt es statt unzähligen vermeintlich wichtigen Personen im Hintergrund bloß eine einzige Vertretung die stets unter wachsamen Augen mit Vielseitigkeit, Reaktionsvermögen und Sympathie punkten muss. Ein Knochenjob. Und das seit mittlerweile zehn vollen Jahren.

Die „Charlys“, „Johnnys“ oder „Michaels“ dieser Welt haben nicht ausgereicht, deswegen verlassen sich THE SWELLERS nur noch auf die ihnen anvertraute Wahrheit - die auf den putzmunteren Namen „Poppunk“ hört. Mit „Poppunk“ wissen Nick und Jonathan Diener sowie Ryan Collins an der zweiten Gitarre und Basser Anto Boros umzugehen, ihn richtig zu behandeln und in vollen Zügen auszukosten. Auch wenn die Umstände in Form von Labels oder Jahreszeiten nicht immer mitspielen. „Running Out Of Places To Go“ bedankt sich zum Schluss für Gastfreundschaften und vorher für das aktive und hinterfragende Sein als Musiker in der Gegenwart - und rückt zeitgleich ernsthafter und umschlungener vor: „Hands“ ist ein preschender Hymnensong, wie ihn die Band aus Michigan auch auf „Good For Me“ hätte unterbringen können. „Bad For Me“ braucht keine zehn Sekunden, um sich vor Zeigefingern und Nachvornedränglern in Sicherheit bringen zu müssen.
Wenn Berechtigungsbeweis, dann bitte THE SWELLERS. Die trauen sich wenigstens noch Skatepunkmomente wie bei „Making Waves“ von Beginn an und geizen nicht mit glatten „Oh´s“, „OhOh´s“ und sogar „OhOhOhs´“. „FOO FIGHTERS having sex with a punkrock band“ nennen die Spunde das selbst - und die hellgelben fünfzehn Minuten Spielzeit bringen nicht von dem imaginären Beischlafexempel ab. Die nasale Stimme von Nick Diener schäumt vor Wiedererkennungswert und klingt im feuchten Jugendkeller genauso bemüht und treu wie aus dem Arena-Speaker.

Er mag ja vielseitig und umsponnen sein, dieser „Poppunk“ – aber wie bei jedem Wegbegleiter muss man empfindliche Stellen genauso behutsam ertasten wie den groben Rest. Hier grinsen THE SWELLERS bloß. „Aufsparen“ wollte man Teile dieses EP-Releases zunächst. Ein Knochenjob? Eher neunmalklug: Zum erfolgreichen Einsatz dürften sie nämlich spätestens kommen wenn das nächste Mal auf Tour niemand für eine Bleibe gesorgt hat. Dann bezeugt Kollege „Poppunk“ wieder seine Relevanz und quengelt mit zwinkerndem Auge voraus: „So Many Metaphors It Could Sink The Fucking Ship – I´ll See You All At The Bottom“. Solange geht bitte niemand irgendwo anders hin.

Trackliste:

1. Bad For Me
2. Hands
3. Let Me In
4. Making Waves
5. Running Out Of Places To Go

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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