Plattenkritik

The Swellers - The Light Under Closed Doors

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Release Date: 18.10.2013
Datum Review: 25.11.2013

The Swellers - The Light Under Closed Doors

 

"We're not Poppunk, we're Punkpoppers! scherzt Nick Diener harsch, während er mit seiner Band an einem Sonntagabend vor einer Handvoll Kids eine zerfallene Garagenauffahrt in Kalifornien bespielt. Von der Beziehung zu seiner Musik kann auf "The Light Under Closed Doors" demnach nicht die Rede sein.

Die leicht nasale Stimme, dank der man Dieners Poppunk-Leben namens THE SWELLERS auch im Dunkeln und gegen den Wind ausmachen kann, steht auf dem Nachfolger zur "Running Out Of Places To Go"-EP weiterhin im Vordergrund. Im Opener "Should" eher ankreidend, punktiert und emotional, bei "Got Social" gerne auch mit Augenmerk auf das 'Pop' bei der Wahl einer passenden Schublade. Das die Band aus Michigan mit ihrem stetigen Output und einem gehörigen Pensum an internationalen Shows auch eine hörbare Entwicklung durchmacht, tut "The Light Under Closed Doors" nur gut: "Big Hearts" kehrt dem frühen Skatepunk den Rücken und umarmt dafür auf Augenhöhe und Widerhaken im Refrain. Viele Momente auf dem fünften Longplayer der SWELLERS fächern dem Hörer melodischen Rock ins Gesicht, dem ein FOO FIGHTERS T-Shirt genau steht wie Freundschaftsangebote von BROADWAY CALLS oder STATE CHAMPS. Die Diener-Brüder sammeln dabei all jene ein, die sich nicht bloß richtiger Schritte im Leben bewusst sind und schrecken nicht davor zurück, von Zweifeln und Fehlern zu berichten. "High/Low" tut das melancholisch und in gewagtem Zeitlupentempo, "Becoming Self-Aware" ganz im Stile von "My Everest".
THE SWELLERS scheuchen Melodiebögen und Harmonien durch die Songs auf "The Light Under Closed Doors", von denen "Friends Again (We Can´t Be)" oder "Great Lakes State" ganz sicher am besten klingen, wenn sie aus vollem Hals mitgesungen werden. "You'll always put the 'Punk' first, fuckers!" merkt der Frontmann und Gitarrist nochmal zur Richtigstellung an. Die zehn Songs halten sich diesbezüglich die Waage. "Woke up on the wrong side of the bed / Cause I´m only one who sleeps in it" klingt als eröffnende Textzeile aus "Designated Driver" schlicht zu dynamisch, lediglich "Call It A Night" nimmt sich abschliessend die Zeit zum Resümieren: "I´ll find my way back home / when I´m out of places to go / I´m done shoveling snow / But some of this will stay / When the feeling fades away". Mit "The Light Under Closed Doors" haben THE SWELLERS also noch kein Handtuch geworfen, keinen Hund begraben und sich selbst ein weiteres Mal überzeugend musikalisch verwirklicht. Pop hin, Punk her.



Trackliste:

01. Should
02. Big Hearts
03. Got Social
04. High/Low
05. Great Lakes State
06. Becoming Self-Aware
07. Friends Again (We Can’t Be)
08. Designated Driver
09. Favorite Tune
10. Call It A Night

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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