Plattenkritik

The Tidal Sleep - Four Song EP

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Release Date: 02.10.2012
Datum Review: 02.09.2012

The Tidal Sleep - Four Song EP

 

THE TIDAL SLEEP aus Deutschland sind schon ein kleines Phänomen. Anders kann man das, was in dem letzten Jahr passiert ist, einfach nicht beschreiben.
Gerade einmal ein halbes Jahr lang spielten die Herren aus Mannheim zusammen, hatten sie bereits eine selbstbetitelte LP released, die von nahezu jeder Pressestelle hoch in den Himmel gelobt wurde. Um das Ganze abzurunden, verkaufte sich The Tidal Sleep mal eben über 800 Mal auf Vinyl.
Als wäre das Alles nicht schon beachtlich genug gewesen, spielte man eine Tour mit Hardcore Größen wie u.a. DEFEATER und kündigte für das Ende des Jahres eine weitere Tour mit XERXES an.
Puh. Wer nun denkt, dass das ein ganz schön straffer/gefüllter Terminkalender war und die Jungs wohl kaum Zeit für etwas anderes hatten, der irrt. Irgendwann in der Zwischenzeit, ging man nach Köln ins Studio und nahm die Four Song EP auf.

Spurlos ist diese turbulente Zeit sicherlich nicht an THE TIDAL SLEEP vorbei gegangen. Daher verwundert es auch nicht besonders, dass sich die Four Song EP anders anhört, als ihr Debütalbum.
So sind sind sie, vor allem bei dem Schreiben der Songs, noch einen Schritt weiter gegangen. Noch einen Schritt weiter weg vom klassischen Hardcore und einen mehr hin zum Indie. Dass so ein mutiger Schritt zweifelslos interessant ist, dürfte jedem klar sein; dass er aber auch manchmal belohnt wird, beweisen Songs wie Kissing Clocks oder das fulminaten EP-Ende Failures/Off (weiter unten anhörbar):
Hier fabrizieren THE TIDAL SLEEP ein reines Wechselspiel von leisen und brachialen, feinen und aufbrausenden Momenten, die den Hörer erstaunt und gebannt vor seinen Boxen sitzen lassen.
Aber nicht nur das Songwriting hat sich verändert, nein auch das gesamte Klangbild wurde erweitert. Die Gitarren klingen nicht mehr so rau, sondern viel eher verträumt und shoegaze-lastiger. Der Bass hingegen wirkt um einiges kräftiger und sorgt, zusammen mit dem Schlagzeug, für ein sehr treibendes Stimmbild.
Die einzige Konstante scheint Sänger Nik zu sein. Seine Texte sind unverändert verzweifelt, aufbauend, wütend und vor allem immer ehrlich.
Vereint ergibt sich ein Klang, der sich eher mit ENVY oder MOGWAI messen muss, als mit anderen klassischen Hardcore Vertretern, mit denen man in der Vergangenheit verglichen wurde.

THE TIDAL SLEEP gelingen mit ihrer Four Song EP erneut der große Wurf. Sie beweisen wieder einmal, dass sie mehr sind, als nur eine normale Hardcore Band und dass wir auf unsere lokalen Bands verdammt Stolz sein können und auch verdammt noch mal müssen.

Tracklist:

01. Defeated Lips
02. Kissing Clocks
03. Frozen Mouth
04. Failures/Off


Alte Kommentare

von ... 15.09.2012 23:50

hatte kurz "kissing cocks" gelesen...hihi

von jensen 26.10.2012 19:53

Erster Durchgang, bin aus dem Stand beeindruckt.

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Fabian

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