Plattenkritik

The Used - Imagenary Enemy

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Release Date: 01.04.2014
Datum Review: 02.04.2014

The Used - Imagenary Enemy

 

Wenn das sechste Studioalbum der einstigen Screamo-Heroen an irgendeiner Stelle nach der obligatorischen "Ankunft" klingt, dann heißt die Endstation von Bert McCracken und Co. genauso, wie es "Vulnerable" bereits vor zwei Jahren unmissverständlich andeutete: Mainstream.

Natürlich gehen THE USED dabei erhobenen Hauptes über "Los" und kassieren mehr als eine bloße Mitleids-Backpfeife, wie sie etwa das eröffnende "Revolution" aussehen lässt: alle Fett-Rock-Klischees hat der Vierer aus Utah an Bord, Synthievocals und McCrackens berüchtigte Alibi-Screams inklusive. Dazu verweigert "Imagenary Enemy" trotz politischem Themenansatz mit banalen Popcore-Nummern wie "Cry" oder "Generation Throwaway" einfach jegliche Weiterentwicklung. Mit viel Mühe bleibt der Chorus vom kitschigen "El-Oh-Vee-Ee" noch einige Sekunden kleben und der Großteil der Songs frei von etwaig unterstellter Selbstkopie. Wer (dem festgefahrenen Genre zum Trotz) auf Spannung und Anspruch verzichten möchte und musikalische Endprodukte lieber frei von Überraschungen oder Aha-Momenten schätzt, ist bei THE USED im Jahre 2014 (noch immer) goldrichtig aufgehoben: In die Quotenballade "Evolution" und den darauffolgenden Titelsong stopft Hausproduzent John Feldman alle Schubladen-Merkmale, für die der Tellerrand allerdings die Grenze bildet.

Pop, theatralisch-synthetische Produktion und eine überschaubare Anzahl "Hits" bilden das eher ausgelutschte Gerüst von "Imagenary Enemy", unter dem bloß der Die-Hard-Fan noch Potential vermuten dürfte. Nur noch vereinzelt nebenher passiert das Entfesselnde, was THE USED einst zu Pionieren wachsen lies. So verbleibt einstig mit dem aufklärenden "Hidden Track"-Feature nach "Overdose" an sich noch ein Fingerzeig auf bessere, vergangene Tage.

Trackliste:

01. Revolution
02. Cry
03. El-Oh-Vee-Ee
04. A Song To Stifle Imperial Progression (A Work in Progress)
05. Generation Throwaway
06. Make Believe
07. Evolution
08. Imaginary Enemy
09. Kenna Song
10. Force Without Violence
11. Overdose

Alte Kommentare

von Qutasch! 05.04.2014 18:53

Beste Platte von denen seit “Lies for the Liars“!

von jonny! 10.04.2014 11:22

leider im gegensatz zum vorgänger ein wenig zu ruhig die platte... generation throwaway ist für mich mit der beste song auf dem album! nach dem interview im fuze hatte ich allerdings sehr viel mehr erwartet...von wegen nie klangen the used angepisster...im interview vielleicht aber definitiv nicht auf dem album ^^

von -schuetzz- 10.04.2014 23:38

Also ich bin sehr zufrieden mit der Platte...kann man schön durchgehend laufen lassen....meiner Meinung nach THE USED's bestes Album seit ihrem Ersten & sogar besser als die neuen Scheiben von COMEBACK KID & ARCHITECTS und das waren bisher die 2 Topalben in diesem Jahr ;-) Hoffe die kommen bald auf große Eurotour & dann nach München ^^

von @-schuetzz- - 11.04.2014 01:24

Ja, du hast recht. Wobei mir die The Used ein bisschen zu sehr nach HWM/BSF klingt. Die Comeback Kid ist mir viel zu bollo-beatdown. Und Architects klingen ja eh wie Cunthunt. Gruß, Simone

von aloha 11.04.2014 12:21

Architects klingen wie Cunthunt ** omg

von Toni 11.04.2014 20:38

ich gebe dem album 8/10 punkte. natürlich klingt die platte ziemlich poppig. aber bert haut eine wunderbare hook nach der anderen raus und die poppige seite steht der band nahezu ausgezeichnet. es erinnert mich phasenweise an das "in love and death" album. ein wenig nostalgie bringt die band für den hörer mit. anspieltipps: revolution / cry / imaginary enemy

von HAHAHA 15.04.2014 21:41

Comeback Kid klingen also nach Bollo Beatdown. Andrea Berg klingt auch gewaltig nach Rammstein

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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