Plattenkritik

The Vickers - Keep Clear

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 13.02.2009
Datum Review: 31.05.2010

The Vickers - Keep Clear

 

Durch UV-Strahlung wird der Schwarzanteil einer Photographie auf Dauer bräunlich und das Papier bekommt einen gelblichen Ton, als hätte es sich ein Raucher zwanzig Jahre über die Zigarette gehalten. Sepia-Charakteristik nennt sich das Geschwurbel, welches bei Photos, die aus den 60er oder 70er Jahren kommen, auftritt. Heutzutage lässt sich das auch leichter mit nur einem Klick am Computer erledigen. Ob es sich THE VICKERS bei ihrem Albumcover auch so leicht gemacht haben weiß ich nicht, nur der Kontrast wurde definitiv nochmal bisschen hoch gedreht.

Ach wie schön, dass das ganze auch als Allegorie für die Musik gilt. Hier wird sechziger und siebziger Jahre Pop reproduziert ohne die üblichen Verdächtigen wie Dylan und Lennon/McCartney auszulassen. Ein ordentliche Brise von der Westcoast gibt’s gratis drauf. Klingt zunächst so als ob es direkt wieder aus den Ohren rausquillen würde. Wegen Überfüllung geschlossen.

Doch nach der ersten Hälfte schälen sich immer wieder Songs aus dem Sepiasumpf, welche man an der Schlange vorbei winkt und unterm Absperrband durchlässt. 'It's Not Easy' ist eine Green On Red Reminiszenz mit Juliana Casablancas Double. 'How Are You' erinnert dann auch direkt an The Strokes, wenn diese einem pavementesken Slackertum verfallen wären. Die Built To Spill Gitarre wird dann bei 'I'll Wait' ausgepackt. 'I'll wait till pain fills my vains' klagt eine Daniel Bejar Kopie.
Wieso nicht sofort so? Nach diesem Quartet fühlt sich sogar die halbe Pianoballade 'Days Pass Away' im Lennon/McCartney Stil verdammt gut an.
Ach, und das THE VICKERS aus Italien kommen ist eigentlich nebensächlich, aber trotzdem irgendwie erwähnenswert.

Autor

Bild Autor

Kilian

Autoren Bio

-

Suche

Social Media