Plattenkritik

The Wait - Systemic

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Release Date: 06.04.2012
Datum Review: 04.07.2012

The Wait - Systemic

 

THE WAIT kommen aus New Jersey und haben sich unter ihrem alten Bandnamen ENDGAME einen Namen erspielt. Sie waren dafür bekannt einen direkten, etwas moshlastigen, aber immer sehr melodischen Hardcore zu spielen, der die Menschen in Amerika ziemlich begeisterte. Zwar reichte es nie für den großen “Durchbruch” (wenn man davon überhaupt in dieser Szene sprechen darf), aber trotzdem schien es so, als würden sie zu einem beständigen Teil in unserer geliebten Randgruppe werden. Dann jedoch eine vermeidliche Auflösung, die Umbenennung zu THE WAIT und nun Systemic via GET OUTTA TOWN RECORDS. Was hat sich verändert?

Auf dem Debütalbum der Band wird schnell deutlich, dass die Umbenennung nicht bloß namenstechnischer Natur war. THE WAIT haben sich weiterentwickelt. So haben sie zum Beispiel an ihrem Songwriting gearbeitet, die Vocals sind markanter geworden und die Texte sind erfreulich aufbauend und positiv ausgefallen. Hier mal ein Lied mit der Bitte sein Leben zu genießen (Normal), da mal ein Lied über das Verkaufen seiner Seele für etwas, was man eigentlich gar nicht wirklich möchte (Nothing Personal) und schlussendlich ein Angebot für Unterstützung in schlechten Zeiten (Speaking Of Irish):
Consider yourself gifted. Build a fire and light your own way home. No more crying when you’re feeling left alone. I’m right here. Pessimismus war gestern.

Dabei erinnern sie immer häufiger an JAWBREAKER zu Dear You-Zeiten oder auch an die wieder zusammengekommenden SMALL BROWN BIKE mit Fell & Found. Auch ein Vergleich mit LIFETIME wäre wohl nicht allzu weit hergeholt.
Doch trotz dieser (für ein Review erwünschten) Vergleiche klingen THE WAIT zu keiner Zeit wie eine weitere Kopie dieser Bands. Geschweige denn wie eine Band, die bloß versucht die Songs ihrer Idole, mit anderen Texten, zu covern. Nein, nein. Sie ragen mit ihrem Sänger und seiner charismatischen Stimme, den großartigen Riffs und den tollen Texten aus dem überfüllten Musikmarkt heraus.

Zusammenfassend ist das Alles irgendwie sehr ironisch. Man wartet so lange auf etwas neues beziehungsweise erfrischendes in diesem Genre, hat schon fast alles hinter sich gelassen und dann entdeckt man durch Zufall eine Band mit dem Namen THE WAIT. Das Warten hat sich also gelohnt.
The wait is finally over. Oder so.

Tracklist:
01 - Passaic River High
02 - Speaking Of Irish
03 - Walk It Off
04 - Route 7
05 - Nothing Personal
06 - Playing Dead
07 - Ounces Away
08 - Normal
09 - My Last Employer

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Fabian

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