Plattenkritik

The Warlocks - Surgery

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 10.09.2005

The Warlocks - Surgery

 

Nein nicht Warlock! The Warlocks! Eine sibenköpfige Band die schon mit ihrem Debüt "Phoenix" für kleine Furore im Underground sorgte, doch damals von der grade ausufernden Retrowelle überschwemmt wurde und immer hinter Namen wie den Strokes verschwand. Auch wenn die Warlocks damals sicher nicht auf den Hit schielten muss man dem Debüt eingestehen, dass es zurückblickend bereits einen Schritt voraus war, und zähe Melodieführung mit schleppendem Rock verband. Das Wort "psychedelisch" ist hier sicher mehr als angebracht gewesen.

2005 sind die Warlocks zurück und scheinen nicht mehr wahllos sämtliche Drogen zu nehmen die Ihnen ein Leben in California bietet. Die Songs sind wesentlich strukturierter und auch bewusst reduziert worden. Das tut der anfänglich vermissten Eingängigkeit der Songs gut, und auch wenn sich der Großteil des Surgery Albums noch midtempo nach vorne schleppt, wird dies durch die durchdachten und auf den Punkt gebrachten Arrangements bestens untermalt. Surgery hat keine Ausfälle, weist keine Längen auf, und bietet echte Highlights, obwohl die Grundstimmung der Platte doch recht monoton gehalten ist. Der Opener "Come Save Us" führt den Blick in eine etwas falsche Richtung, der nicht repräsentativ für das ist was den Hörer noch erwartet. Der Black Rebel Motorcycle Club würde sich jedoch die Finger danach lecken wenn es so wäre. Was jetzt folgt sind schlichte Rocksongs, die beim Hörer ein unglaublich euphorisches Gefühl auslösen und die teilweise zu maßlosem Pathos einladen. Der Titelsong "Surgery" ist ein rockender Lovesong, der auf ein Mixtape für die Angebetete gehört. So muss es sich anfühlen die Welt zu umarmen. Auch "Gipsy Nightmare" ist ein Kracher vor dem Herren und auch wenn ich anfangs fast dazu neige "We ain´t going to the town, we´re going to the city" zu singen entpuppt sich der Song dann doch noch als eigenständiger Garant. Hier wird zum ersten Mal kein Geheimnis aus dem Hang zu Betäubungsmitteln gemacht, und leicht melancholisch und mit einem weinenden Auge darauf zurückgeblickt. Die Warlocks schaffen es mit minimalen Mitteln, eines der besten Rock Alben dieses Jahres abzuliefern. Teilweise fehlen mir einfach die Worte, weil die Platte mich so betört und betäubt. Sich wiederholende Songstrukturen, die knarzigen Drums, die Divenstimme des Sängers, trödelnde Gitarren.... Eine Mischung, die zündet und mir dem Hörer auch nüchtern in einen Rausch versetzt. Ich habe nicht gewusst dass ein Aufenthalt in einer "Surgery" so gut sein kann.

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Shawn

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