Plattenkritik

The Wonder Years - Suburbia I've Given You All And Now I'm Nothing

Redaktions-Rating

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Release Date: 17.06.2011
Datum Review: 04.07.2011

The Wonder Years - Suburbia I've Given You All And Now I'm Nothing

 

"Der Sommer lässt mal wieder auf sich warten."

Egal welche Fernsehanstalt man in diesen Tagen einschaltet, immer kommt dieser Satz der inzwischen jedem zweiten Deutschen zum Hals raushängen wird. Da frage ich mich zwar ob die "Wetterexperten" denn die letzten vier Wochen eingeschlossen in einem siberischen Keller verbracht haben, aber egal. Denn in solchen, ähm, "sommerlichen" Kälteperioden neigt meinn Geist zu einer Trotzreaktion. Und welcher Stil eignet sich am besten für den inneren Sonnenschein? Pop-Punk natürlich. Doch was auflegen? BLINK-182? Das neue Album lässt auf sich warten und die alten Klassiker hab ich wohl inzwischen zu oft gehört. ALL TIME LOW? Nee, die sind mir schon immer zu normal gewesen, genauso wie Konsorten ala SIMPLE PLAN. Lange Rede, kurzer Sinn. Schlussendlich bin ich bei THE WONDER YEARS gelandet. Schon das letztjährige Debüt "The Upsides" überzeugte mit Eigenständigkeit und inhaltlichem Anspruch, beides normalerweise kein Standard im Pop-Punk.

Und nahezu jeder Fakt des Zweitwerks der Philadelphia-Pop-Punks deutet auf eine Großtat im seit Jahren stagnierenden Genre hin. Sei es der epische Titel "Suburbia I've Given You All And Now I'm Nothing" oder das schlichte aber tolle Artwork. In diesem Album steckt Liebe und Hingabe, und das setzt sich auch in der Musik fort.

Inwiefern der Term "Pop-Punk" auf die 13 Songs von "Suburbia" zutrifft sei dahingestellt. Viel wichtiger ist die enorme Emotionalität sowie die große Hitdichte des Albums. Jeder, wirklich jeder Song setzt sich strikt im Kleinhirn fest. Doch es handelt sich hier nicht um diese aufdringlichen, ekelhaften Ohrwürmer, man singt gerne mit. Denn die WONDER YEARS bringen die Poesie zurück in den Pop-Punk. Der Opener "Came Out Swinging" zum Beispiel zitiert eine Zeile aus "America", einem Gedicht von Allen Ginsberg. Wer jetzt allerdings große Innovationen erwartet, den muss ich enttäuschen. "Suburbia" bedient fast alle gängigen Pop-Punk-Klischees. Dieses typische Drumming, dieser klassische Wechsel von laut und leise, diese unverkennbaren Melodien. Doch auf diesem Album fügt sich alles zu einer großen, runden Einheit zusammen.

Dafür sorgt auch die makellose Produktion die zudem voller Leben steckt. Zum Glück gibt es keine dämlichen "Sommer-Sonne-Strand"-Lyrics, im Gegenteil. Jeder Song verfolgt ein bestimmtes Konzept, so ist "You Made Me Want To Be A Saint" einem verstorbenen Freund der Band gewidmet. Etwas seltsam, vielleicht aber auch nicht: während des Hörens fühlte ich mich ständig an "The '59 Sound" von THE GASLIGHT ANTHEM erinnert. Wenn das kein Qualitätsmerkmal für eines der schönsten Alben des Jahres ist...

Tracklist:

1. Came Out Swinging
2. Woke Up Older
3. Local Man Ruins Everything
4. Suburbia
5. My Life As A Pigeon
6. Summers In PA
7. I Won't Say The Lords Prayer
8. Coffee Eyes
9. I've Given You All
10. Don't Let Me Cave In
11. You Made Me Want To Be A Saint
12. Hoodie Weather
13. And Now I'm Nothing

Alte Kommentare

von a. 05.07.2011 02:30

tatsache, großes ding

von beale 05.07.2011 10:20

who are the happy times?!

von DrFaust 05.07.2011 12:40

Ich hoffe das "who" in dem Comment ist irgendein Wonder Years Insider-Gag den ich nicht verstehe und nicht dieser berühmt berüchtige Who/Wo Übersetzungsfehler.

von beale 05.07.2011 12:54

http://www.youtube.com/watch?v=a9QYW1CSnas fiel mir nur dazu ein ;)

von paul 05.07.2011 18:36

Super Ding!

von capHowdy 06.07.2011 09:37

Das Album ist genau das Album geworden was das neue von SYG eigentlich sein sollte.

von Timo 06.07.2011 10:35

gefällt mir sehr sehr gut, danke für den tipp

von NilsausDessau 07.07.2011 10:59

Super Album!!! Freu mich schon die live zu sehen... wem die Platte gefällt checkt mal die neue THE STORY SO FAR ab! Die ist fast noch besser! ;) Peace!

von Sascha 10.07.2011 23:26

Wie der Vorgänger: ganz, ganz groß!

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Enrico

Autoren Bio

Je ne sais pas. Ein Hoch auf meine Standardantwort im Französischunterricht in der Schule.

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