Plattenkritik

Thessera - Fooled Eyes

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 18.11.2006

Thessera - Fooled Eyes

 

Soundtrack zu einer tragischen Lebensgeschichte, mit bitterem Ende. THESSERA ist der neueste Release vom amerikanischen Label ProgRock Records. Der Sechser aus Brasilien kann seine musikalischen Wuzeln definitiv nicht leugnen: Ich denke ich kann es mir hier sparen, die Größen des PrigGenres aufzuzählen.

Das Interessante an „Fooled Eyes“ ist, dass diese wirklic junge Combo aus dem Herzen Brasiliens eine ausgesprochen gute Band ist. Ihr Erstling wartet mit einer Menge Songwriter-Potential auf. „Fooled Eyes“ ist ein Konzept Album, das die Geschichte eines jungen Künstlers Andrew Hesser wiedergibt. Andrew, der unglücklich in die hübsche Jeanne Seamus verliebt ist, findet sich selbst in einem recht realen Traum wieder, in dem er durch seine Vergangenheit reist und alle entscheidenden Momente seiner Kindheit und des jugendlichen Heranwachsens erneut durchlebt. Als er aus seinem Traum erwacht, realisiert er letzten Endes auf dem Fenstersims, dass die Realität ein wahrer Albtraum ist… Das 20 seitige Booklet enthält neben allen Texten, anhand derer man die ergreifende Geschichte Andrews ablesen kann, auch Bilder (keine Fotografien), an denen man einzelne Stationen nachempfinden kann. Das Quintett hat hier wirklich alle Ressourcen ausgeschöpft und sich mehr als nur viel Mühe gegeben. „Fooled Eyes“ ist ein düsteres Album, in dem sich der ein oder andere möglicherweise in der Rolle Andrews, seines Freundes Kanes oder eine der Damen vielleicht auch in Jeanne wiederfinden kann. Lyrisch, wie kompositorisch ein sehr komplexes und anspruchsvolles Album, dass denen erfolgreicherer Kollegen dicht auf dem Fuß folgt. Da dies das Debut ist, darf man sehr auf die nachvollgenden Arbeiten sein, da ja so mancher Musiker behauptet mit den Jahren wachse nicht nur er, sondern auch seine Arbeit.

THERESSA schöpfen wahrlich aus dem Vollen. Erstaunlich, wie diese jungen Herren ihre Instrumente nahe der Perfektion beherrschen. Eine unheimliche Dichte an Keyboards, deren Pianist ein echter Könner ist und sich mit dem extravaganten Leadgitarristen in „Party´s On“ beispielsweise ein grandioses Soli-Gefecht liefert. Der Basser hat seinen Tieftöner mehr als nur im Griff und beschert einem Einblick darin, dass man dieses Instrument mehr als nur zum rythmischen „Bummbumm“ einsetzen kann. Vom Drummer will ich gar nicht erst einreden, dass der seine Arbeit mehr als nur gut macht, liegt bei dem Qualitätsanspruch seiner Mitstreiter wohl auf der Hand. THERESSA schaffen es einen unheimlichen Spannungsbögen an Gefühlen aufrecht zu erhalten, so hat man wahrlich das Gefühl, man sitze in einer Operette und fiebere mit dem Hauptprotagonisten mit. Einziger „Schwachpunkt“ der Sänger. Er ist gut und geht stark in die Richtung James LaBries. Das heißt er hat eine hohe Stimme, ist in der Lage treffsichere und anspruchsvolle Harmonien zu singen, ist aber vom Volumen her zu dünn und variiert in dieser Hinsicht eigentlich eher nicht. Wer DREAM THEATER mal über mehrere Stücke gehört hat, weiß, was ich meine. Es nervt einfach irgendwann, dieses „ahahahahaha….“; ihr wisst schon. Etwas rauchiger dann und wann, etwas mit mehr Wucht gesungen, besonders an den Stellen, wo Andrew leidet oder andere aversive Gefühlsstimmungen ertragen muss. Leider fehlt das und das fällt, zumindest bei mir, negativ ins Gewicht. Ansonsten ist diese Mischung aus Prog, Klassik, Jazz und Metal eine fette Kiste!


Tracklist

1. Le Chef D´oeuvre
2. The Gallery
3. Broken Psyches
4. Candlefire
5. The Leading Roles
6. Party´s On
7. Inverse
8. Conflagration
9. Heaven´s Gate

Autor

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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