Plattenkritik

Those Twentytwo Colt Suckers - Greatest Hits

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 31.05.2005

Those Twentytwo Colt Suckers - Greatest Hits

 

Nagut, mit Songtiteln wie "Bitches - Learning to Hate", "The Gang Bang" und "Big Dick" disqualifiziert man sich eigentlich für ziemlich viele Arten von Publikum. Das ist aber gut so, denn die, die trotzdem bleiben, freuen sich um so mehr.

Für die enorme Selbstsicherheit und Spielfreude, die TCS mit "Greatest Hits" an den Tag legen, haben sie ein paar Bonuspunkte verdient. Die Songs könnten als sehr Old-Schooliger HC bezeichnet werden, der die Existenz einer New-School auch durchweg leugnet. Man zeigt sich aber durchaus offen für sehr rockn-Rollige Soli und eine gute Portion Mitsing-Parts ist auch dabei. Die Vocals sind wunderbar schnoddrig-tief, ohne gleich ins Grunzen zu verfallen, was den Songs gut tut und passt. Die sind nämlich vielzu pogo-geeignet und lebendig, um die grosse katharsische Leidens-Zeremonie zu garantieren.

Einiges an den "Greatest Hits" ist allerdings schade. Da wäre vor allem die eigenartige Produktion zu nennen. Das Gitarrenspiel ist schon in Ordnung, doch wieso klingt es, als sei der Gitarrist in einer Kiste mit Ytong auf irgendeiner Bohrinsel weit, weit weg aufgestellt worden? Seltsam dünn schwingen die Saiten. Die entstehende Leere können die anderen Spuren kaum füllen. Sicher, Lo-Fi ist wichtig, doch ein wenig tonale Wucht könnte den wuchtigen Songs nicht schaden. Die Felle werden ebenfalls zwar klar und gut, aber doch eben immer gleich bearbeitet. Alle wollen den Funken, da ist auch irgendwo ein Funken, und doch
will der Funke nicht überspringen.

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Ben

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