Plattenkritik

Thursday - A City By The Light Divided

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Release Date: 23.06.2006
Datum Review: 05.05.2006

Thursday - A City By The Light Divided

 

Hier haben wir ein Album auf das ich definitive hingefiebert habe. Beim Eintreffen in meinem Postfach wurde schnell und lieblos der Umschlag aufgerissen und sofort wurde "A City By The Light Divided" in der Anlage geparkt, die es nur verließ um mir ins Auto zu folgend. Spätestens seit "Full Collapse" waren THURSDAY an der Spitze der zweiten Emo-Welle und liefen in den angesagten, alternativen Clubs rauf und runter. Das Album erschien damals noch auf Victory Records, die definitiv ein sicheres Händchen bei der Suche nach einer schicken Emo Band bewiesen.

Bereits der Nachfolger "War All The Time" war dann auch schon auf dem Major Label Island Records beheimatet. Natürlich war der kommerzielle Erfolg gegeben, für meine Verhältnisse stellte der dritte Longplayer jedoch eine ziemliche Enttäuschung dar, konnte die Klasse des Vorgängers nicht halten und stagnierte auf ganz gutem Niveau. Hier haben wir also Longplayer Nummer vier, der gerade in den USA das Licht der Welt erblickt, hierzulande muss man sich noch ein wenig gedulden. Frontmann Geoff Rickly ließ bereit im Voraus verläuten, dass "A City By The Light Divided" genau das Album sei, welches man mit "War All The Time" machen wollte. In der Tat zeigen THURSDAY mit ihrem neuen Album, dass sie einen Arsch in der Hose haben und hart an sich und ihrem Songwriting gearbeitet haben.

Fangen wir mit Rickly himself an, der mit seinem recht monotonen und doch äußerst charakteristischen Gesang häufig kritisiert wurde. Der THURSDAY Frontmann hat die letzten Jahre scheinbar extrem an seiner Stimme gearbeitet, die zwar immer noch ihren gewissen Tonfall hat aber nun zwischen unzähligen Nuancen zu pendeln vermag. Natürlich wurde hier auch häufiger mit diversen Effekten und Filtern nachgeholfen, die seine Stimme gelegentlich noch ein wenig verfremden. Ansonsten haben wir mit "A City By The Light Divided" das bis heute vielseitigste Album der Band aus New Brunswick, New Jersey. Mit dem fantastischen "At This Velocity" liefern THURSDAY ein Feuerwerk an Post HC Intensität ab, welches dem Smasher "Cross Out The Eyes" um Nichts nachsteht, wohingegen die erste Singleauskopplung "Counting 5-4-3-2-1" mit einem recht poppigen Touch und simpler gehaltenen Struktur überzeugt. "A City By The Light Divided" brilliert ungemein in Sachen Atmosphäre. Unzählige Keyboards und Effekte hallen durch die nächtlichen Häuserschluchten der Großstadt um an den beleuchteten Fensterscheiben zu kondensieren und einen düsteren und bedrohlichen Gesamteindruck zu hinterlassen. Im Gegensatz zu den Labelkollegen von THRICE birgt der neuste THURSDAY Output viel weniger Entfremdungspotential bei bestehenden Fans. Wer sich bei "Full Collapse" in die Band verliebte, dessen Leidenschaft wird nun erneut in Flammen gesetzt. Während man "War All The Time" problemlos mit "Full Collapse" vergleichen konnte, entschwindet "A City By The Light Divided" auf eine etwas andere Ebene, die natürlich wieder für Diskussionsstoff sorgen sollte, letztendlich liegt Rickly mit seiner Aussage jedoch genau richtig, denn "A City By The Light Divided" stellt das perfekte Nachfolgealbum zu "Full Collapse" dar.

Tracks:
1. The Other Side Of The Crash/Over And Out Of (Control)
2. Counting 5-4-3-2-1
3. Sugar In The Sacrament
4. At This Velocity
5. We Will Overcome
6. Arc-Lamps, Signal Flares, A Shower Of White (The Light)
7. Running From The Rain
8. Telegraph Avenue Kiss
9. The Lovesong Writer
10. Into The Blinding Light
11. Autumn Leaves Revisited

Alte Kommentare

von steve 08.05.2006 09:50

also, dass was ich bisher gehört hab ist ziemlich genial und da muss ich dem schreiber uneingeschränkt recht geben. wurde auch wirklich zeit, dass uns die jungs einen hammer vor den latz knallen.. sonst wäre es der anfang vom untergang gewesen

von Seb 10.05.2006 15:36

Kleine Korrektur: \"A City By The Light Divided\" ist das vierte Album der Band, und \"Full Collapse\" war nicht das Debüt, sondern \"Waiting\" von 1999. Das erschien auf Eyball-Records und ist weitaus melancholischer und verzweifelter als \"Full Collpase\". Ansonsten geb ich dem Reviewer aber Recht: ACBTLD ist das reifste, vielschichtigste und schlichtweg beste Album der Band bisher. Tolles Songwriting, tolles Arrangement, viel Atmosphäre und Tiefgang.

von torben 10.05.2006 16:45

hast natürlich recht, habe die \"waiting\" auch. bin nur irgendwie davon ausgegangen, dass es ne ep war... sind aber 9 songs wie ich grade sehe

von robert 10.05.2006 17:52

...bin mal gespannt ob die boys das ganze live so halbwegs hinkriegen...auf der letzten tour waren die sowas von grottenschlecht...

von ode 28.03.2007 18:21

Unglaublich! Ich liebe THURSDAY, aber bin ich der Einzige, der den Sound der neuen CD grottenschlecht und absolut überproduziert findet? Wieviele Overdubs brauchen die denn? Okay, die hatten sie immer schon, aber nicht so extrem. Und wieso sind die Gitarren so leise? Mag sein, dass hier gute Songs drauf sind, aber die interessieren mich gar nicht mehr, weil ich immer wieder fast heulen muss, weil sie so unglaublich schlecht klingen... Schade, wieder eine gute Band weniger...

von Jost 29.03.2007 12:28

ja bin genau der gleichen meinung, dass der neue Sound einfach nicht zur Band passt. Ich hoffe nur dass sie wieder zu ihren Wurzeln zurückkehren beim nächsten Album.

von spin 29.03.2007 12:42

jetzt, da sie nicht mehr auf island sind...kann ja wieder einiges passieren.. dennoch war es ein großes album und ich freue mich, sie endlich mal live zu sehen...

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Torben

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Allschools Chef

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