Plattenkritik

Thyrfing - Farsotstider

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 18.03.2006

Thyrfing - Farsotstider

 

Jedesmal, sobald ich eine neue Platte von Thyrfing in meinen Pfoten halte, geschieht das: Ich zappele, sabbere und bin kaum zu bremsen. Warum?
Thyrfing waren für mich der erste Kontakt mit harter, schwerer Musik. Es ist einige Jahre her, dass ich das erste mal "Storms Of Asgaard" gehört habe, damals im Autoradio eines Freundes. Demnach verfolgte ich Thyrfing sehr genau.

Schauen wir erst einmal zurück. Das selbstbetitelte Album erreichte kaum Aufmerksamkeit, wohl aber das Zweitwerk. "Valdr Galga" war in hohen Maßen umstritten, ungleich genial. Die damals als billig verachtete Kombination aus brachialem nordischen Metal mit einer dicken Kleisterschicht Keyboards und einer zu den Zeiten der Band noch belächelten Wikinger Einstellung wurde recht zweigeteilt aufgefasst. Ich persönlich fand genau das faszinierend - und finde das auch heute noch. Thyrfing festigten ihren Platz in der Spitze des Viking Metals aber erst mit dem Nachfolger, "Urkraft". Man wollte sich dem Ruf einer klischee-behafteten schwedischen Band trennen und veröffentlichte nun ein Album voll mit donnerndem Viking-Death, gepaart mit feinsten Einschüben altschwedischer Folklore und epischer Erhabenheit (uh, hört euch einfach mal Home Again an!). Auf "Urkraft" folgend, erschien "Vansinensvisor", den Trademarks des Vorgängers nahezu gleich.

Die schwedischen Schergen um Fronter Thomas Väänänen gehen eigentlich auch nun, mit der neuen Platte "Farsotstider" diesen weg weiter. Alles im grünen Bereich? Nein. Die neue Scheibe erscheint viel zu oft in durchschnittlichem Gefilde, die Trademarks, die eben diese Band so prägten sind fast nicht mehr zu hören. Eben die erhabenen Synthesizer, die genialen und so urnordischen Gitarrenmelodien, und, wie ich finde am traurigsten, einfach die packende und klirrende Mächtigkeit. Dieses Album dümpelt viel, viel zu oft in einem großen schwedischen Einheitsbrei herum und bietet zu wenig dessen, was diese Band ausmacht(e). Wobei der Titeltrack ein absoluter Hammer ist!

Tracklist
1 Far åt helvete
2 Jag spår fördärv
3 Farsotstider
4 Höst
5 Själavrak
6 Elddagjämning
7 Baldersbålet
8 Tiden läker intet


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Moritz

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