Plattenkritik

Tiamat - The Scarred People

Redaktions-Rating

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Release Date: 02.11.2012
Datum Review: 06.11.2012

Tiamat - The Scarred People

 

Ein Teil, welches unter die Rubrik "Platten, die niemand mehr braucht" fällt: Langweiliges Gothic-Rock Album, das sich teilweise wie eine exakte Kopie von Sisters Of Mercy zu "Vision Thing" Zeiten anhört (z. B. "The Scarred People" und "Thunder & Lightning") orientiert, nur dass sich eben Edlunds Stimme im Vergleich zu Andrew Eldritch total holprig anhört, und nicht annähernd sein Charisma ausstrahlt). Eine Platte ohne jegliche Eigenständigkeit, und würde die Band nicht "Tiamat" heißen, jedes Metalmag würde die Scheibe als identitätslos bezeichnen!

Wer das auch immer als Kommentar unter einer Rezension des neuen TIAMAT Albums „The Scarred People“ setzte, hat sowohl Recht als auch Ahnung. Wenn einer wie Johan Edlund mit einer Marke wie TIAMAT Alben wie „A Deeper Kind Of Slumber", „The Astral Sleep“, „Wildhoney“ und „Clouds“ veröffentlichte, dann darf er sich nicht so dermaßen belanglos geben. Mit viel Augen zudrücken kann man die Songs noch unter Gothic Rock subsumieren, aber im Grunde ist rockig mehr als übertrieben. Natürlich versucht Edlund schon länger, SISTERS OF MERCY und JOY DIVISION im Sound zu adaptieren. Aber allein der langweilige Titeltrack setzt dem die Krone auf, da er an Belanglosigkeit nicht zu überbieten ist und ausnahmslos jeder SOM-Song mehr Seele besitzt. Melancholie, Weltschmerz und Dunkelheit kamen mal wesentlich besser aus der Edlund’schen Feder, vielleicht einfach mal das vor 4 Jahre erschienene „Amanethes“ hören (oder eben „Wildhoney“). Natürlich ist es schwer, das Stigma der Vergangenheit einfach so über Bord zu werfen und so zu tun, als hätte noch nie ein überragendes, die Szene prägendes Album im Backkatalog gestanden. Dennoch dient dieses Lüftchen allenfalls als Trailer zur Andienung der neuen Kuschelrock-CD, die den Titel "Ab auf's SOM-Sofa" tragen wird.

Ein Juror einer auf der Suche nach Talentfreien ausgerichteten Castingshow sagte einmal zu einem Gesangsbeitrag eines Kandidaten, dass er gerade ein Buch gelesen habe, indem beschrieben stehe, wie aus verschimmeltem Brot Penicillin hergestellt werden könne. Und deshalb denke er immer, man könne aus jedem etwas machen. Aber zum Kandidaten gerichtet sagte er dann: „Aus dir aber kann gar nichts gemacht werden." Und genau so verhält es sich mit „The Scarred People“. Hier haben TIAMAT respektive Herr Edlund ihren absoluten Tiefpunkt erreicht, der nicht schön geschrieben werden kann und darf.

Tracklist:
1. The Scarred People
2. Winter Dawn
3. 384 - Kteis
4. Radiant Star
5. The Sun Also Rises
6. Before Another Wilbury Dies
7. Love Terrorists
8. Messinian Letter
9. Thunder & Lightning
10. Tiznit
11. The Red Of The Morning Sun

Alte Kommentare

von PillePalle 06.11.2012 17:26

Was für ein Schwachsinn. Klar, hier wird viel bei den Sisters geklaut. Wenn Tiamat je einen Tiefpunkt erreicht haben, war es "Amanethes". Das hier ist ein gutes Album.

von Clement 06.11.2012 18:02

soso...

von PillePalle 06.11.2012 19:02

Für mich auf jeden Fall. "Amanethes" war unrund, geprägt von schrecklich schiefgegangenen Experimenten und ohne songwriterische Finesse. "The Scarred People" geht teilweise als glatte Sisters-Kopie durch ("Thunder & Lightning"), da gibt es aber auch viel schlimmeres. Dennoch finde ich die Platte einfach runder, eingängiger und leidenschaftlicher als den Vorgänger.

von Mastei 06.11.2012 19:08

So schlimm finde ich die aktuelle auch nicht...

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