Plattenkritik

Till We Drop - The Summer Triangle

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Release Date: 28.10.2011
Datum Review: 15.09.2011

Till We Drop - The Summer Triangle

 

Jugendlich vorbildlich auf den letzten Drücker: Bevor der Moshpopzug den Bahnhof Richtung Versenkung für einige Zeit zu verlassen droht, springen fünf muntere Ungarn noch schnell ins Trigger-Abteil, wo zwischen Schubidubidu-Lyrics und Doppelfußmaschine einfach noch ein Plätzchen zum Party machen und „going crazy“ sein muss. Na, wer sagt´s denn.

Nein, TILL WE DROP werden aufgrund ihres Bandlogos, Artworks oder legeren Äußeren nicht voreingenommen behandelt und ja – der Sänger heißt wirklich so, denn eigentlich ist Peter John Kiss nämlich Kanadier. Heute lebt er wieder in Budapest und wenn er nicht gerade in Vodafone-Werbespots auftritt, rockt und poppt er sich mit seinen vier Mitstreitern durch die sonnige Küste von FOUR YEAR STRONG bis A DAY TO REMEMBER. Leider scheint Mister Kiss nicht stetig und mit vollem Herzen dabei zu sein, denn „Be Kind, Please Rewind!“ und „Forgive & Forget“ klingen etwas reserviert und wollen sich einfach nicht der zarten und manchmal zu brüchigen Stimme des Frontmannes unterwerfen, die bei Zeilen wie „The Road, The Band – Is Our Wake-Up Call, This Life, Is Ours – Let´s Make The Best Of It“ eher an der Oberfläche schwimmt.

Auf Dauer helfen „The Summer Triangle“ auch keine düsteren Growls, schlüssige und gutgelungene Anführer wie „A Sticky Situation“ oder das wirklich facettenreiche „Such A Blur“, um sich im internationalen Lolli-Core-Überangebot zu behaupten. Nach gerade mal knappen zwei Jahren Selbstfindung ist ein Energydrinksponsor im Hause TILL WE DROP also ein super Selling Point - wie sollen Máte, Endre, Bálint und Ferenc an den Instrumenten sonst die intensiven Breakdowns in „Introducing J. Pussy“ oder den „alle springen!“-Chorus von „B.R.O. (This One´s For Our Friend)“ überstehen? „The Summer Triangle“ ist mit zehn Songs vielleicht etwas kurz aber dennoch so kernig und robust produziert, dass technoide Intropassagen („Twenty Two“) und Best-Of-Abkupferungen bekannter Genrekollegen („Forgive & Forget“) darauf Platz finden. TILL WE DROP sind clever und orientiert und wissen, dass mindestens ein Fuß auf die Monitorbox gehört. Ob die Zugkabine vor lauter Neonhoodies und Haarsprayduft zu zerplatzen droht, bleibt allerdings abzuwarten.



Trackliste:
1. Tranzit
2. Be Kind, Please Rewind!
3. B.R.O. (This One´s For Our Friend)
4. Forgive & Forget
5. Twenty Two
6. A Sticky Situation
7. Introducing J. Pussy
8. Such A Blur
9. Young & Blind
10. It´s Been A While

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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