Plattenkritik

Tinta Leal - Take Control!

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Release Date: 01.02.2013
Datum Review: 25.02.2013

Tinta Leal - Take Control!

 

Wenn die regionalen Sparkurse in der Heimat dieser Tage den Zunder liefern, hält die grenzübergreifende Band um Ralf W. Garcia überzeugt das Streichholz an die Protest-Tonne. "Take Control!" kappt doppelte Böden und Blicke nach hinten mit fünfzehn Klartextparolen, die es zwischen 80er Hardcore und Jugendzentrumkeller gerade so über den eigenen Horizont schaffen.

TINTA LEAL handeln auf eigene Rechnung und diktieren sich zum Beispiel mit "Lessons In Time" die deutliche Richtung für ihr Debüt selbst: Zeit wird weder verschwendet, noch aufs Spiel gesetzt – und auf andere Meinungen wird lautstark ge... Ergo: Im Schnitt braucht die Band aus Kontanz und San Vicente Del Raspeig an der spanischen Mittelmeerküste somit keine zwei Minuten, um mit "Makeshift Solutions" oder "Yeah...Whatever..." Statement und Musik (neu) zu verbinden. Vorher (oder bisher) haben Andreas Westphal, Steve Karrer, Tom Kuzmic und Frontmann Garcia das mit CATARACT, REQUIEM oder VALE TUDO mal anders, mal metallischer gemacht. TINTA LEAL klingt roher, knalliger und oft nach alten, ärgerhungrigen AGNOSTIC FRONT. Leider bleibt von „Trial By Error“ oder „Are You Done?“ aber nur spärlich Substanz zurück, die mit den klaren (und zu Teilen spanischen) Lyrics und der passend blechernen Produktion zusammen erfolgreich hausieren gehen könnte.

„Take Control!“ ist zwar konzentriert griffig und direkt, dennoch erinnert „Mr And Mrs Know it All“ an erste und überschwängliche Gehversuche, die trotz der jahrelangen Aktivität der einzelnen Bandmitglieder hier lediglich zwölf Monate nach Gründung zusammengetackert wurden. Keine Frage, TINTA LEAL lassen Herzblut und Bezug in ihren Songs sprechen, das DIY-Siegel prangert dazu hellleuchtend über den Köpfen der vier Europäer. Eigentlich scheint alles zu passen. „Das Album brettert manchmal schön krustig und immer mindestens um einen glasklaren Hieb voraus, tritt aber unbestimmter gegen den Ball als es klangähnlich in New York oder Boston der Fall (gewesen) ist.
Garcia erfindet sich im Hardcorepunk als angepisster Frontmann wieder und pumpt mehr als bloß lauwarmes Blut durch geschwollene Adern, die Köpfe der Gesellschaft und den musikalischen Background seiner „international collaboration“. „No Bullshit, No Fucking Around, No Compromises“ heißt es im mitgelieferten Infofaltblatt. Hört man alles klar heraus. Für vielmehr jedoch lassen TINTAL LEAL kaum Luft und somit wenig Platz.

Trackliste:

01. Hacemos Lo Que Queremos
02. Trial By Error
03. Tinta Leal
04. Makeshift Solutions
05. Unsubstantial
06. Lessons In Time
07. Are You Done?
08. Yeah...Whatever...
09. Mr And Mrs Know It All
10. For A Good Cause
11. Progress?
12. Caught In The Maze
13. High Tide
14. What Would You Do?
15. Changes Never Remain

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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