Plattenkritik

Tiny Vipers - Life On Earth

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Release Date: 10.07.2009
Datum Review: 08.07.2009

Tiny Vipers - Life On Earth

 

Manche Platten leben eigentlich nur vom Umfeld. Man nehme "Life On Earth" von TINY VIPERS, wohinter sich die Musikerin Jesy Fortino versteckt. Die in Seattle lebende Musikerin veröffentlicht via Sub Pop (wie passend) ihr zweites Album und schafft es, mitten im Sommer die Regensaison zu erwischen. Was aber gar nicht hätte besser funktionieren können.

Denn es ist schwül. Dann der Regen, es ist nass, ein wenig abgekühlt, trotzdem schwitzt jede Pore. Man ist ermüdet von dem unnötigen Ballast aus Schweiß und Regentropfen. Ein jeder schleppt sich zurück in warme Räume. Das Büro, das Schlafzimmer, das heimische Wohnzimmer (natürlich nicht ohne Decke). Und am liebsten würde jeder eine Platte hören, die jetzt passt.

Mit "Life On Earth" von TINY VIPERS wäre eine solche gefunden. Wunderschöne akustische Ergüsse, minimalistisch wie nur möglich gehalten, ergeben sich dem Hörer, der innerhalb kürzester Zeit gefangen ist. Von der zerbrechlichen Stimme Fortino's, von den zierlich anmutenden Gitarren und den gelegentlich, im Verhältnis gesehen schon fast brachial, einbrechenden Pianosalven. Fortino setzt ganz auf Stille, lässt keine Laute zu, die eventuell störend oder unpassend ins Bild passen würden und punktet dadurch auf voller Strecke. "Life On Earth" ist ein von Trauer und Melancholie nur so durchzogenes Stück Musik, welches seine Zeit braucht, sich dafür aber immer mehr entfaltet. So lernt man die hypnotisch anmutenden Stücke in der Mitte der Platte erst so richtig schätzen, wenn man der Platte auch des Öfteren die Möglichkeit dazu gibt. Mit jedem Mal entfaltet sie sich mehr, mit jedem Mal mit größerem Ausmaß. Sehr schön.

Tracklist:

1. Eyes Like Ours
2. Development
3. Slow Motion
4. Dreamer
5. Time Takes
6. Young God
7. Life On Earth
8. CM
9. Tiger Mountain
10. Untitled
11. Outside

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Raphael

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