Plattenkritik

Toelz - Fragments

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Release Date: 10.05.2006
Datum Review: 12.01.2007

Toelz - Fragments

 

Stuttgarter AlternativeRock. TOELZ nennt sich das Quartett deren Debut aus meine Boxen schallt. Veröffentlicht über RUUF RECORDS und käuflich erwerbbar über Amazon, iTunes und Musicload oder eben direkt über das Label der Band, die sich 2001 gründete und ein Jahr lang ohne vokale Präsenz musizierte, bevor man Sänger Martin Schabel für sich gewinnen konnte.

Soviel nun zu den Hintergrundinfos und kommen wir zum interessanteren Teil, meiner Einschätzung, bzw. Bewertung TOELZ´ Musik. AlternativeRock, das spricht an sich schon einmal für eingängige Melodien und doch verhältnismäßig simple Songstrukturen. Röhrende Gitarren und irgendwo eine Gradwanderung zwischen poppigen Melodien und der „Härte“ des Rock ´n` Roll. TOELZ erfüllen in meinen Augen dieses Klischee, auch wenn ich hier die vorab erwähnte Härte vermisse. Auch in den erwähnten Songs der Pressemitteilung „Everywhere“ und „Forgive“, aber dies ist eine subjektive Auffassung von harter Musik meinerseits. Die Ballade „Memories“ ist ziemlich gut gelungen und wird, wie die meisten anderen Lieder auch durch Samplings und Programmings „aufgeheitert“. Textlich befasst sich Herr Schabel intensiv mit den großen Fragen des Lebens „wo komm ich her, wer bin ich und wo gehe ich hin?“. Produziert und gemastert wurde von Daniel Konold und Tobias Kurrle, die auch schon die wirklich drückenden Alben von ARSON oder SEMTEX ihren Stempel aufdrücken konnten. Daher sind die Tin-Roof Studios eine Undergorundadresse für Qualität in Anbetracht eines erschwinglichen Preises und auch bei TOELZ erweist sich das Duo durchaus als top. Auch wenn ich die Produktionen andere Bands, die bei ihnen ins Studio gingen besser fand, schaffen sie es dennoch dieser Pop-Rock-Band den nötigen farbigen Klang zu verpassen. Den ich allerdings zu dünn und zu „clean“ finde, aber das ist wieder subjektiver Geschmack und schließlich sind TOELZ ja auch meilenweit von tieftönenden Kollegen entfernt, was den Sound wiederum rechtfertigt.

Der Albumtitel „Fragments“ soll das Bruchstückhafte, die Begrenztheit des menschlichen Seins umschreiben und den Hörer aufmuntern sich „aufzuraffen“ und auch auf die Kraft des Glaubens zu vertrauen. Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge.

„Fragments“ passt aber auch zu der Musik der Stuttgarter, denn auch wenn ich die Texte für gelungen halte, so ist der Gesang gar nicht mein Ding. Ähnelt irgendwo GODSMACK, NICKELBACK und STAIND und somit hat Schabel das gleiche Problem (aus meiner Sicht), wie jene Sänger: Nach einiger Zeit unheimlich eintönig zu klingen. Stets das gleiche Gesangsschemata und schlimm vorausschaubar. Schade. Die Stücke auf „Fragments“ komplex zu nennen wäre wiederum ein wenig hoch gegriffen. Wenn man sich PINK Songs anhört oder EVANESCENCE, dann passiert da halt genauso wenig, wie bei TOELZ. Den anderen hat es geholfen oder zumindest in kommerzieller Hinsicht nicht davon abgehalten, große Erfolge zu feiern und vielleicht haben auch TOELZ dieses Glück. Wünschen tu ich s ihnen, aber berührt bin ich von ihrer Musik überhaupt nicht und hätten sie nicht aus den ROOF-STUDIOS diesen guten Sound mitbekommen, dann wäre meine Skull-Bewertung noch schlechter ausgefallen. Aber macht euch selbst ein Bild.

Tracklist
1. more of you
2. give me
3. everywhere
4. time
5. memories
6. rain on me
7. for now
8. forgive
9. not the facts
10. sometimes
11. to you
12. where do weg o
13. how long

Autor

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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