Plattenkritik

Tombs - Fear Is The Weapon

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Release Date: 19.11.2010
Datum Review: 16.01.2011

Tombs - Fear Is The Weapon

 

Eine der Bands, bei der das zwar immer noch legendenbehaftete, aber in letzter Zeit nicht immer ganz geschmackssicher agierende Label Relapse Records in den letzten Jahren einen verdammt guten Griff getan hat sind mit Sicherheit die New Yorker TOMBS, die vor mittlerweile auch schon wieder fast zwei Jahren mit „Winter Hours“ einen mehr als fulminanten Full Length-Einstand ablieferten. Sicher, die Zeit war damals auch endgültig reif für einen solch genre-überspringenden Monolith von einem Album, der zu gleichen Teilen aus nahezu allem, was massiv und druckvoll klingt genährt wurde. Epische Stoner/Doom-Riffs auf der einen, rasende Black Metal-Parts auf der anderen Seite und am besten beides in einen einzigen Song gequetscht und mal zehn genommen. Damit fuhr man damals nicht schlecht und auch heute ist „Winter Hours“ klar eine der essenziellen Labelveröffentlichungen der letzten halben Dekade.

Zeit also, mal einen Blick auf das Frühwerk der Band zu legen. Oder besser gesagt: eine komplette Werksbeschau zu veröffentlichen, die das Prä-„Winter Hours“-Material in handlicher Form auf einer limitierten CD zusammenfasst. Hierbei handelt es sich vor allem um EP-, Split- und Demomaterial, das den Bogen zum letzten Album der Band auch gleich mit vier Rohfassungen von „Winter Hours“-Songs wie dem immens walzenden und epischen „Gossamer“ oder dem wild nach vorne preschenden „Beneath The Toxic Jungle“ schlägt. Generell ist der Sound auch über die gesamte CD-Länge naturgemäß roher, jedoch stets auf einem absolut gut anhörbaren Niveau.

Was auffällt und interessant zu beobachten ist, das ist die Entwicklung, die TOMBS vollzogen haben. Während man bei den ersten Songs auf dem chronologisch angeordneten „Fear Is The Weapon“ noch gelegentlich das Gefühl hat, einer etwas heftigeren Version der Stoner-Pop-Allstars von TORCHE zu lauschen verschiebt sich das Hauptaugenmerk immer wieder markant in Richtung Noise, Doom oder Black Metal, wobei mit der Implementierung des letztgenannten Einflusses auch zugleich mit „Cypress“ der Song geschrieben wurde, der die Marschrichtung gen Gegenwart festigte, bei der all diese Einflüsse in zuweilen überlange, aber stets spannende Songs eingebettet werden, anstatt separiert nebeneinander zu stehen.

Über all dies darf nicht vergessen werden, dass TOMBS auch im Frühstadium schon mehr Potenzial gezeigt haben, als es mancher Band nach fünf Alben attestiert werden darf. Die langsame Reifung und Richtungsfindung durch „Fear Is The Weapon“ noch einmal in knapp einer Stunde evolutionär zu begreifen, das ist es, was diese Compilation zumindest für Freunde von „Winter Hours“ oder heftigen Stoner/Doom/Black Metal-Mischen (von denen es ja nicht all zu viele gibt) zu einem Pflichtkauf machen sollte.

Tracklist:

1. „Fountain Of The World 666“
2. „Course Of Empire“
3. „Calvaire“
4. „Marina“
5. „Monuments“
6. „Darker Than Your Nights“
7. „Hallways Of The Always“
8. „Cypress“
9. „Gods Of Love And Sucide“
10. “Cheval Noir”
11. “Gossamer” (Demo Version)
12. “Merrimack” (Demo Version)
13. “Beneath The Toxic Jungle” (Demo Version)
14. “Filled With Secrets” (Demo Version)

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Manuel F.

Autoren Bio

Eher so der Kumpeltyp.

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