Plattenkritik

Tombs - Winter Hours

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Release Date: 23.02.2009
Datum Review: 25.02.2009

Tombs - Winter Hours

 

 

Ein Titel wie er passender nicht hätte sein können: „Winter Hours“. Und es soll eine harte Jahreszeit werden, den Brooklyns TOMBS auf ihrem Relapse Debüt präsentieren. Das Trio gewährt zunächst oberflächlich betrachtet Einblicke in ihre Interpretation skandinavischen Black Metals mit jeder Menge Depressivität und unbarmherziger Gnadenlosigkeit. Eine stilistische Engstirnigkeit muss allerdings weit beiseite geschoben werden, denn TOMBS sind mehr. Sie dringen tief in die Psyche des Leidenden und kurz vor dem Schritt über die Klippe bringen sie Erlösung durch madonnenhafte Melodien, die schemenhaft auf dem Cover eingefangen wurden. Mit einer Gitarre, einem Bass und einem Schlagzeug bewaffnet und somit ohne überflüssigen Ballast zelebrieren die Drei ein Konglomerat aus Post-Hardcore und Sludge, das sich eindringlich nach jedem weiteren Durchlauf im tiefsten Inneren festkrallt, um immer wieder durch eine brüllend anklagende, verletzliche Stimme herausgerissen zu werden. Dabei geben sich TOMBS nicht der völligen Raserei hin, sondern schenken mit dunklen, atmosphärischen Klangebenen Zeit, über sich und sein Leben nachzudenken. „Winter Hours“ ist ein vertontes Schicksal im Endstadium, genauer gesagt untermalt es als Soundtrack ein Leben, das mit dem Frühling begann, sich durch einen heißen Sommer schlängelte und letztlich bereits durch den Herbst gezeichnet im Winter aufgab.

Tracklist:
1. Gossamer
2. Golden Eyes
3. Beneath the Toxic Jungle
4. The Great Silence
5. Story of a Room
6. The Divide
7. Merrimack
8. Filled with Secrets
9. Seven Stars the Angel of Death
10. Old Dominion

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Clement

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Ich fühle mich zu alt