Plattenkritik

Tomleftmarybleeding - Tales From Stonewood Forest

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Info

Release Date: 01.05.2009
Datum Review: 12.10.2009

Tomleftmarybleeding - Tales From Stonewood Forest

 

Vom Fremdschämen und mutigen Symbiosen.

„Kalte Schatten nirgends ein Licht / hörst du’s nicht ich liebe dich“ […] „Lauf, lauf so schnell du kannst / lauf, lauf weg vor deiner Angst.“ - Keine Angst, TOMLEFTMARYBLEEDING sind keine weitere deutsche Metalcore-Kapelle, die versucht, mit fragwürdigem Pathos eigentlich belanglose Soundcollagen mit besonders wirkenden, da landeseigenen Lyrics aufzuwerten. Viel mehr ist „Kein Zurück“ einer der vielen Ausreißer auf „Tales From Stonewood Forest“, dem LP-Debüt jenes bayrischen, (wie man selbst sagt) aufstrebenden Quintetts, welches sich musikalisch irgendwo zwischen (jetzt muss ich’s doch sagen) Metal und Hardcore platziert. Und während FROM AUTUMN TO ASHES im teils etwas neben der Schiene driftenden Kompositionen im Wechselbad aus deftigen Geschrei und (mehr oder weniger) klaren Gesangslinien grüßen lassen, kommt im von Akustik-Gitarre und dezenten Streichern getragenen „She Stabbed My Chest Yesterday“ beispielsweise etwas Lagerfeuerstimmung auf, während zu Ende von „One Life One Show“ auf den Dancefloor gebittet wird. Nur: Passt das auch?

Den Eindruck, den „Tales From Stonewood Forest“ bei mir vorrangig hinterlässt, ist, dass man ein Debüt schaffen wollte, welches möglichst viele Facetten, aber bloß keine Monotonie aufkommen lassen sollte. Das ist im Grunde löblich, wirkt im diesem Falle jedoch oft einfach zusammengewürfelt, heterogen, aufgesetzt. Die Songs selber sind gerade noch so okay – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Der ein oder andere Chorus vermag zwar (in Kombination mit den Texten) etwas Fremdschämen aufkommen zu lassen (ähnlich wie „Woho-Woho-Wohoo“-Chöre), dafür punktet man mit so manch solider Gitarrenmelodie oder kleineren Genrefremden Ansätzen.

Was bleibt ist ein nicht schlechtes, aber unterm Strich doch eher durchschnittliches Debüt, den etwas mehr Reflektionsprozess und etwas weniger Überladenheit sicher gut getan hätte. Die Dosis macht das Gift!


P.S:
Bitte beim nächsten mal die Texte im Booklet größer drucken. Unlesbar!


Tracklist:

1. Intro
2. Still Friends?
3. Fatman John
4. Apechild Territories
5. My Big Summercamp Love
6. Welcome To Stonewood Forest (Our Home)
7. Kein zurück
8. Dream
9. She Stabbed My Chest Yesterday
10. Do Not Block Intersection
11. One Life One Show

Alte Kommentare

von Shit 14.10.2009 08:06

Unterirdisch schlecht. Die Stimme ist grausames gequarke. Und selbst wenn man sich die Stimme wegdenkt, kommt nur 0815 Langeweile

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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