Plattenkritik

Traktor - Early Adopter

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Release Date: 01.11.2010
Datum Review: 06.12.2010

Traktor - Early Adopter

 

Im Mai machten TRAKTOR seit langem endlich mal wieder auf sich aufmerksam. „Where Water Goes“ diente als Zwei-Track 7'' als Appetizer auf das kommende Album und zeigte die Band von einer gereiften Seite. Weniger Screamo, mehr Indie und man durfte gespannt sein, ob sich das Blatt auch auf Albumlänge so wenden würde. Nun steht „Early Adopter“ in den Startlöchern und man kann mit Sicherheit sagen, dass genau dieser Fall eingetroffen ist. TRAKTOR haben sich abgewendet von ihren ruppigen Zeiten und klingen heute mehr denn je wie eine Symbiose aus LACK (während der etwas ungestümen Momente, in der Art das allgemeinen Songwritings und stimmtechnisch sowieso) und BARRA HEAD (zu den ruhigeren Momenten, besonders aber im Bereich der Melodien). Referenzen, welche viele als grandios bezeichnen dürften.

Die Frage ist grundsätzlich nur, ob die eigene Note bleibt. Die Antwort ist recht einfach: Ja. TRAKTOR klingen immer noch unverkennbar nach TRAKTOR, eben nur ein wenig anders, fast möchte man sagen angepasster. Das zeigt schon der Opener „Two Wrongs Don´t Make A Right“. Recht sperriger Indie mit sehr schöner Grundmelodie trifft auf leichte Screamo-Elemente, die sich aber gekonnt und bewusst im Hintergrund halten.TRAKTOR schlagen keine Haken sondern nehmen ihren Hörer bei der Hand und führen ihn durch den Einstieg in ihr neues Werk. Dieser stellt sich als recht angenehm heraus und lässt auf mehr Songs dieser Form hoffen. Eigentlich geht dann alles ganz schnell. Das schon bekannte „Where Water Goes“ weiß gewohnt in seiner subtil aggressiven Art zu überzeugen, „Laggards“ bedrückt durch seinen eher schleppenden und antihymnischen Charakter, während „Vampire/Vampire“ und „North To Oak Island“ de facto in den nächsten Club gehören, um dort die Menschen zum Tanzen zu animieren. Drive ist also genügend vorhanden und der Wechsel zwischen tanzbaren Spaßnummern und eher ernster gestimmten Songs wird gekonnt vollzogen. Interessant dabei zu beobachten sind nette Ideen, wie der Einsatz von Bläsern oder auch Glockenspielen. Klingt jetzt nicht sonderlich spannend, erweist sich beim Hören jedoch als sehr passend und mitreißend.

Grundsätzlich hält man mit „Early Adopter“ ein wenig abwechslungsreiches und doch unbewusst durchaus variables Album in den Händen, welches als grundsolide zu bezeichnen ist. Nicht mehr, aber definitiv auch nicht weniger. Es hätte in Gedenken an die alten Zeiten ein wenig lauter und ungestümer ausfallen dürfen. Aber so ist das eben, wenn Menschen erwachsen werden – man kommt zur Ruhe. Und wenn man genau hinhört, bemerkt man den aggressiven Unterton doch eigentlich noch an jeder rauen Ecke und Kante und davon hat dieses Album einen ganzen Haufen.

Tracklist:

01. Two Wrongs Don´t Make A Right
02. Extension '94
03. Where Water Goes
04. Untitled
05. Laggards
06. We Are Not Scientists, Just Ungodly Men
07. Vampire/Vampire
08. North To Oak Island
09. The Red Series

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Alex G.

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rien.

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