Plattenkritik

Trap Them - Seance Prime

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Release Date: 30.10.2007
Datum Review: 21.11.2007

Trap Them - Seance Prime

 

Jacob Bannon und Tre McCarthy haben in letzter Zeit ein schon fast beängstigend gutes Händchen bewiesen, was die Auswahl ihrer neuesten Signings betrifft. Im Falle TRAP THEMs möchte man fast darauf wetten, dass der CONVERGE-Kreischer und Totenkopfzeichner Bannon höchstselbst den Vierer zu Deathwish Inc. geholt hat, klingt die Band doch wie ein tollwütiger Bastard einiger seiner Lieblingsbands.

Auf dem Lieblingsmixtape von TRAP THEM dürften sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Songs von CURSED, ENTOMBED, NASUM und BLACK FLAG befinden. Das Merkmal, welches genannte Bands – auch, wenn sie unterschiedlichen Genres zugerechnet werden – im Inneren zusammenhält ist ein roher, reduzierter Sound, der ohne Effekthaschereien pure Wut transportiert. Die von der Band gewählte Beschreibung "grindcore rock n’ roll with the soundlight studio sound" passt somit wie die knöcheltättowierte Faust auf´s ohnehin schon blaue Auge. Die Melodien, die alte DISMEMBER und ENTOMBED-Platten auszeichneten, liegen hier erstmal unter einer tiefschwarzen, chaotisch-kreischenden Wall of Sound beerdigt und müssen freigeschaufelt werden. Sie sind aber zweifellos da. Auch textlich machen TRAP THEM keine Gefangenen. Zeilen wie "and they´ll send you to the end of the line, you can live your days like I´ve fucked my nights with a death march on our minds" zeugen jedenfalls nicht gerade von einem ausgeglichenen Charakter Ryan John McKenneys. Wobei der TRAP THEM Sänger es durchgängig vermag den Texten eine unaufgesetzt wirkende poetische Note zu verleihen.

In Anbetracht des Artworks bleibt uns Mr. Bannon zum Schluss lediglich zu folgender Frage eine Antwort schuldig: wie viele Variationen eines Totenschädels verträgt der durchschnittliche Metal-/Hardcore-Hörer?!

Tracklist:

01: Day Thirteen - The Protest Hour
02: Day Fourteen - Pulse Mavens
03: Day Fifteen - Citizenihilist
04: Day Sixteen - The Iconflict
05: Day Seventeen - Wafers And Wine Of Sandblast Times

Alte Kommentare

von FKK 22.11.2007 08:55

"wie viele Variationen eines Totenschädels verträgt der durchschnittliche Metal-/Hardcore-Hörer?!" Wenn der Schädel so genial ist wie auf diesem Cover dann könnte meinetwegen auf jedem Output ein solcher sein. Die Platte wird auf jeden Fall angecheckt!

von player P 22.11.2007 09:02

ich bin für mehr emolandschaften im hardcore. schädel sind eindeutig überbewertet und so 2004-2006

von René / allschools 22.11.2007 13:55

P.S.: Das Artwork dieser umwerfenden EP hat natürlich Ryan Patterson von COLISEUM gestaltet und nicht J. Bannon, wie von mir behauptet. Manchmal sollte man einfach nochmal nachschauen bevor man etwas schreibt. Peinlich, peinlich. Naja, ein wenig ähnlich sind die Arbeiten beider Künstler ja schon...

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