Plattenkritik

Tricky Lobsters - The Blue Hospital Conspiracy

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Release Date: 01.11.2013
Datum Review: 04.11.2013

Tricky Lobsters - The Blue Hospital Conspiracy

 

Stonernder Schweinerock mit grauen Haaren auf der Brust und morschem Holz vor der Garage. Die TRICKY LOBSTERS stammen aus Rostock und sind zu dritt. Und das ist erst der Anfang.

In den siebzehn Jahren ihrer (Band-)Geschichte ist sicher so manchem das ein oder andere graue Haar gewachsen. Zu behaupten, dass "The Blue Hospital Conspiracy" diese nun allesamt zum Ausfallen zwänge, entspricht nicht ganz der Wahrheit. Auch mit dem offenbar unkaputtbaren Rockopa Claus Grabke auf dem Produzentensessel machen Doc, Thunder, The Captain und Sarge allerdings nur mühselig Schritte nach vorn. Die Hauptstimme röhrt und macht von Sludgerock ueber ORANGE GOBLIN bis MOTÖRHEAD-Brett viel mit. "Little Brother" ist ebenso zur Stelle, wenn 70er Jahre Orgel oder der skandinavische Retrotouch mal durchatmen dürfen, "Black Soul/White Lies" dreht den Spiess dann einfach um. Trotzdem scheinen auf "The Blue Hospital Conspiracy" auf Dauer zu viele Störfaktoren durch. Wo "Strollers" sich noch mit blauem Auge aus dem Ring rettet, wird es für "How Not To Forget" mit seiner spärlichen Instrumentierung schlicht zu dünn. "Conspiracy" möchte wie ein schweissnasser Fanboy nach vorne stürmen und Lemmy endlich die Füsse küssen - leider fehlt es dem Stück an Power und Wahnsinn, so als würden die TRICKY LOBSTERS lieber als schüchterne Coverkapelle in der dunklen Kneipe sterben wollen.

In den trockeneren Momenten des Albums tippt man auf eingerostete Hobbymucker die im Blues festkleben, "Suffering Soul" hingegen liefert so viel Feuer, dass selbst Augenbrauenpiercings einem Moment lang wieder cool erscheinen. Die so dargebotene "Gleichgültigkeit" streicht dem Sound der TRICKY LOBSTERS auf der einen Seite Sympathiepunkte an, hinterlässt auf ihrem neuesten Werk aber einen allgemein eher pfaden Nachgeschmack im überfüllten Becken mittelmässiger - Entschuldigung - "Altherrenrockbands".

Trackliste:

01. Strollers
02. Shakin' Off The Heat
03. Suffering Soul
04. Black Soul / White Lies
05. One Man Show
06. Little Brother
07. Shapers Of The Future
08. Conspiracy
09. How Not To Forget
10. The Dark Side Of The Sun
11. War
12. Dust

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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