Plattenkritik

Trident Winter - EP

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Info

Release Date: 28.06.2008
Datum Review: 07.11.2008

Trident Winter - EP

 

„Lieber ordentlich geklaut als schlecht selber gemacht“ ist das Motto der australischen Jungspunde TRIDENT WINTER (könnte auch der Name einer Zahnpastaweihnachtsedition sein), denn beim Anhören der fünf Songs ihrer selbstbetitelten und -produzierten EP überfallen einem Déjà-vu-Erlebnisse noch und nöcher. Somit muss die Kutte mit dem fetten Aufdruck der Eisernen Jungfrauen wieder aus der Klamottenkiste gefischt werden, denn die sind auf „Trident Winter“ allgegenwärtig. Zum Glück haben die Kopierer die leicht progressiveren Songs ihrer Vorbilder nachgeahmt, lediglich der Eröffnungstrack „Rockin’ Rebel” ist schlicht strukturiert und daher auch relativ öde. Die übrigen Songs sind durchaus hörenswert, zumal sie teilweise ein wenig episch angehaucht sind und abwechslungsreich gestrickt wurden. Auffälligstes Instrument der Gruppe ist die sirenenartige Stimme ihres Sängers Simon Hallett, die an einen im Stimmbruch befindlichen Bruce Dickinson erinnert. Simon liegt immer eine Nuance neben der Spur und wird sicherlich für viele Hörer ein Stein des Anstoßes darstellen. Aber sein Gesang respektive Geheul (er versucht sich auch ab und zu in seiner Normalstimme, die ist jedoch völlig bedeutungslos und nichtssagend) passt zur musikalischen Ausrichtung der Band und hebt diese Combo ein wenig von der Masse ab. Die sehr in den Vordergrund gemischte Schlagzeugarbeit ist gefällig, die Gitarren können was. Allerdings ist das Songwriting insgesamt noch etwas holprig und unausgegoren, da muss bei dem Anfang 2009 erscheinenden Fulllength-Debüt eine Schippe draufgelegt werden. Auf dieses Werk darf die Metalgemeinde gespannt sein, denn Potential ist zweifelsfrei vorhanden. Jetzt fehlt nur noch die eigene Identität.

Tracklist:
1. Rockin’ Rebel
2. Sacrifice
3. Taste the Fire
4. Kings of the World
5. Revolution Time

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Clement

Autoren Bio

Ich fühle mich zu alt

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