Plattenkritik

Trivium - Vengeance Falls

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 14.10.2013
Datum Review: 23.10.2013

Trivium - Vengeance Falls

 

Eine TRIVIUM Review kann eine sehr undankbare Aufgabe sein. So wie sich der Vierer aus Orlando mit ihrem neuen Album “Vengeance Falls“ zwischen die Stühle ihrer Fans hockt und es sich dort bequem macht, so ähnlich wird es auch der Review gehen. Auf drei Wörter heruntergebrochen heisst dies: Haters gonna hate!

Über die spielerischen Qualitäten des Quartetts muss wohl nach bisher fünf guten bis sehr guten Alben niemand mehr ausschweifende Worte verlieren. Was an technischen Standards bei Nennung der Referenzgenres Metal, Metalcore und Thrash-Metal erwartet werden darf, erfüllen TRIVIUM mit Leichtigkeit und einem Augenzwinkern. Und obwohl sie mittlerweile viele der großen Schlachtschiffe des Musikbusiness rund um den Globus supportet haben, bleibt die Band doch sich selbst und ihrem Stil treu. Soll heissen – auch auf „Vengeance Falls“ gibt es verdammt schmackhafte Kost mit einem mehr als ordentlichen Schuss Melodie in jedem der zehn Albumtracks. Das Tempo hat man zugunsten der vermeintlich leicht seichteren Klangfarbe des neuen Longplayers zwar gedrosselt und bewegt sich nun mehr oder weniger im Midtempo, das tut aber der Liebe zur Detailverliebtheit in Sachen Songwriting keinerlei Abbruch.

Natürlich kann man darüber streiten, ob die Arbeit mit dem DISTURBED-Frontmann David Draiman ihre Spuren hinterlassen hat. Meines Erachtens hat die Zusammenarbeit mit dem Typ vor allem eins – gefruchtet. Und klar ist auch, dass eine Band sich meist in mindestens eine Hand des favorisierten Produzenten gibt, wenn nicht sogar in zwei. Doch das muss mitnichten schlecht sein, wie der aktuelle Longplayer aus dem Hause TRIVIUM beweist.

„Vengeance Falls“ braucht weder Intro noch Outro. im Jahr 2013 lassen TRIVIUM die Songs für sich sprechen, denn sie wissen um die Atmosphäre, ja schon fast um den hymnischen Charakter einzelner Tracks.
Der Opener „Brave This Storm“ fällt mit der Tür ins Haus, messerscharfe Gitarrenarbeit untermauert mit einem auf den Punkt treibenden Midtempo-Beat und einem Bass der herrlich durch die Boxen wummert, dass es eine Freude ist. Der darauf folgende Titeltrack hält den gerade gesetzten Standards problemlos stand und an dieser Stelle dürfte schon jedem Hörer erstens die Kinnlade um mindestens eine Handbreit nach unten geklappt sein, denn zweitens zeigt Matt Heavy allen Zweiflern zum Trotz, dass sein Klargesang sich drittens hörens lassen kann und sich definitiv nicht mehr hinter den Shouts verstecken braucht.

Und genau dies macht diese Platte auch aus, TRIVIUM setzen zwar nach wie noch Shouts ein, doch diese sind nun eindeutig akzentuiert und in zweiter Reihe. Nun mögen einige Nörgler behaupten, damit ginge die Härte in den Songs des Quartetts verloren. Gesanglich betrachtet mag das eventuell zutreffen, doch die Gitarrenfraktion zersägt allen Spot. Ob das jetzt Thrash-Riffs sind, mehrstimmige Leads oder einfach nur sich im Ohr festsitzende Licks ist dabei völlig egal. Fakt ist, wenn wir den Punkt Härte als Minus ausmachen wollten, jammern wir auf einem sehr hohen Niveau.
Und darüber hinaus eigentlich auch zu unrecht wie „Strife“ mühelos beweist. Wenn ich zu Beginn von Hymnen gesprochen hab, so ist dieser Song genau darunter einzuordnen. Zugleich wird hiermit einer Dreierpackage rausgehauen, das es in sich hat.
Es folgt das thrashigste Stück „No Way To Heal“. Man könnte fast meinen Nick an den Drums hätte sich bis dato noch zurückgehalten, denn was da an Double-Bass durch die Speaker ballert, ist beeindruckend.
Doch Zeit zum Durchatmen ist Fehlanzeige, denn mit „To Believe“ bohrt sich die nächste Hymne in die Gehörgänge bevor mit „At The End Of This War“ zum ersten Mal ein wenig Tempo rausgenommen wird und der Hörer wenigstens zu Beginn des Songs zum Verschnaufen kommt. Diese Pause sollte man auch nutzen, dauert sie doch lediglich 40 Sekunden. Wer sich während der anschliessenden Double-Bass-Attacke und dem arschtretenden Refrain nicht bewegt, sollte sich schleunigst einen Termin beim HNO des Vertrauens nehmen.

Wer sich jetzt ernsthaft fragt, ob die restlichen Songs denn auch lohnenswert sind, dem sei ein brüllendes, zum Kauf aufforderndes JA entgegengeschleudert. Denn ich für meinen Teil kann beim besten Willen und der krampfhaftesten Suche nach dem Krümel im Kuchen keinen Kritikpunkt ausmachen.

„Vengeance Falls“ ist ein düsteres Album, und genau das wissen TRIVIUM auch gekonnt mit stimmigen Melodien und Tempiwechsel en masse zu unterstreichen. Wären hier durchgehend Shouts zu hören und nur in den Refrains der Klargesang, es hätte nicht die gleiche Wirkung. Man muss schon vor Matt's Stimme den Hut ziehen; er schafft es auch ohne den Schreigollum mit Leichtigkeit die Niedergeschlagenheit der Lyrics zu vermitteln und so eine Stimmung aufzubauen, die einem nicht unbedingt an ein positives Ende der Menschheit glauben lässt.

Attestieren kann man TRIVIUM abschliessend, dass sie mit ihrer sechsten Platte ein verdammt geiles Metalalbum eingespielt haben, welches vor Kreativität und Kraft nur so strotzt. Und die ganzen Schubladen lassen wir einfach mal außen vor.

Tracklist:
1.Brave This Storm
2.Vengeance Falls
3.Strife
4.No Way To Heal
5.To Believe
6.At The End Of This War
7.Through Blood And Dirt and Bone
8.Villainy Thieves
9.Incineration:The Broken World
10.Wake (The End Is Nigh)

Alte Kommentare

von shit 25.10.2013 13:11

ganz gute platte, kommt aber nicht an in waves ran...teilweise klingt Matt Heafy zu sehr nach David von Disturbed. Aber ganz gute Platte.

von @shit 25.10.2013 13:34

sehe ich ähnlich,wobei er mir zu sehr nach hetfield klingen will

von @@shit 25.10.2013 14:57

ich finde er klingt viel zu sehr nach Candace Kucsulain, sonst aber ganz nett.

von @@@shit 25.10.2013 15:22

nee, er klingt zu sehr nach Florian Silbereisen...

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Markus L.

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Wenn mich interessieren würde, was andere über mich denken, könnte man sicherlich mit mir über meine Einstellung und den ganzen Bla diskutieren. Tut es aber nicht, ergo kann man es sich auch ersparen. Beratungsresistent eben!

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