Plattenkritik

Trusting Nolan - A Place Of Hope

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Release Date: 28.08.2009
Datum Review: 05.11.2009

Trusting Nolan - A Place Of Hope

 

EMMURE? „Goodbye To The Gallows“? Nein, TRUSTING NOLAN mit neuem Material schallen hier aus den Boxen, auch wenn sich das Intro verdächtig nach erstgennanter Band und ihrem bislang stärksten Album anhört. Lässt man das einmal außer Acht, wundert man sich aber dennoch. Eigentlich standen TRUSTING NOLAN seit jeher mehr für melodischen Metalcore und weniger für Beatdown. Dieses Bild wollte man scheinbar ändern und so legt man nun eine gehörige Portion Druck oben drauf. Ein kompletter Stilwandel ist meist ein gewagtes Experiment und glückt recht selten. Man ist also gespannt.

„Life Turns To Ruins“ macht die Überraschung dann perfekt, da dieser doch zu weiten Stellen an Deathcore und oder extremeren Beatdown erinnert. Das klingt dann gar nicht so schlecht und auch die thrashigen Anleihen, die immer wieder hervortreten, wirken interessant. Im Laufe des Songs fällt auf, dass man sich doch nicht ganz vom alten Genre verabschiedet hat, jedoch ein prägnantes Erkennungsmerkmal der Band vermissen lässt: die klare Stimme von Schreihals Raúl, die bislang nicht einmal zum Einsatz gekommen ist, obwohl sie hohen Wiedererkennungswert hatte und auch von Klasse zeugte. Anno 2009 wirkt man also aggressiver und wütender als je zuvor und das soll sich auch so fortführen, denn „To Build And Destroy“ fährt die komplett gleiche Schiene. Hier schleichen sich aber dann ein paar ruhigere Parts ein, die ein wenig Erleichterung schaffen. Zu eben jener führt auch das instrumental und sehr leise gestimmte Interlude namens „Safe Place“, welches aber nur die Ruhe vor dem Sturm darstellt. Denn gleich im Anschluss verabschieden sich TRUSTING NOLAN wieder zurück ins Chaos und brechen erneut aus.

Dabei verliert man dann leider immer mehr von der Eingängigkeit, welche die Band einmal ausmachte und verlässt sich nur noch auf möglichst brachiale Töne. Mit dem Kopf durch die Wand und wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt, dann eben noch einmal mit richtigem Anlauf. So scheint die Devise der Köln-Bonner zu lauten und diese ziehen sie über die komplette Spielzeit des Albums durch. „The Silence Between Us“ stellt ein erneutes Interlude dar, dieses Mal in harter Form. Kurz, knackig und dabei sehr schnell leitet man hiermit auch schon zum Ende des Albums ein und nach zwei weiteren alles zerstörenden Songs („Cadavia“ und „Just Before Everything“) befindet man sich im Rausschmeißer „Dear X“, welcher dann eine gänzlich andere Richtung einschlägt. Hier ist es vorbei mit dem Geschrei, die elektrischen Gitarren werden ganz leise gestimmt und das Schlagzeug gegen einen elektronischen Beat eingetauscht. Hier zeigt Raúl noch einmal sein stimmliches Talent und irgendwie möchte das Ganze an sein Elektro-Nebenprojekt erinnern, welches wiederum sehr an TEAMSLEEP erinnerte. Danach ist dann schon Schluss und letzten Endes weiß man nach dem ersten Mal noch nicht so genau, was man vom aktuellen Material halten soll. Diverse Hördurchgänge sind schon nötig, bis es überhaupt einmal zündet, dann findet man aber auch hier einige Perlen, die zu gefallen wissen.

Alles in allem legen TRUSTING NOLAN mit „A Place Of Hope“ eine recht eindrucksvolle 180 Grad Wendung vor, die man so vielleicht nicht erwartet hätte. Warum sie diesen Weg gewählt haben? Vielleicht aus Angst vor Stagnation, vielleicht aber auch aus Weiterentwicklung. Eines ist klar, die Unbeschwertheit der ersten EPs geht hier ein wenig verloren und man konzentriert sich meist darauf, möglichst hart zu sein. Leider manchmal auch zu Lasten der Glaubwürdigkeit, denn an manchen Stellen wirkt das dann doch ein wenig gezwungen. Nichtsdestotrotz ist das Experiment Stilwandelzu weiten Teilen geglückt und man kann sich die aktuelle Platte der Jungs gerne öfters einmal anhören, denn technisch spielen sie nach wie vor auf hohem Niveau – nur eben anders.

Tracklist:

01. Intro
02. Life Turns To Ruins
03. To Build And Destroy
04. Retrace The Steps
05. Safe Place
06. There´s Nothing Wrong
07. Beyond The Means
08. The Silence Between Us
09. Cadavia
10. Just Before Everything
11. Dear X

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Alex G.

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rien.

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