Plattenkritik

Tuomas Holopainen - The Life And Times Of Scrooge

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Release Date: 11.04.2014
Datum Review: 25.04.2014

Tuomas Holopainen - The Life And Times Of Scrooge

 

Einen Soundtrack zu einem Comic-Buch (neudeutsch für diese Art von Werk: Graphic Novel) zu schreiben mag seltsam erscheinen, noch dazu wenn es sich dabei um „Sein Leben, seine Milliarden“ von Don Rosa handelt. Mag den meisten die Ente eher aus den Ducktales oder den Lustige-Taschenbücher-Reihe bekannt sein, ist Don Rosa Umsetzung von Dagoberts Ducks Geschichte weitaus ernster und tiefgründiger als man glauben könnte. Nicht zuletzt deshalb hat NIGHTWISH-Mastermind Tuomas Holopainen „The Life And Times Of Scrooge“ als sein Herzensprojekt ausgerufen. Erschaffen hat Holopainen das Ganze in Zusammenarbeit mit dem Briten Pip Williams, mit dem der Finne bereits seit NIGHTWISHs „Once“ immer wieder erfolgreich kollaboriert hat. Mit Metal hat das, was sich auf diesem Album abspielt wenig zu tun. Wer also mit einem Symphonic-Metal-Album rechnet, liegt falsch. Holopainens Soloalbum ist vielmehr ein klassischer Soundtrack, der wahrscheinlich nur richtig funktioniert, wenn man auch die Story kennt, die mit der Musik vertont werden soll. Zwar gibt es mit Tony Kakko (SONATA ARCTICA) auf einigen Tracks auch einen Erzähler und die einzelnen Stücke mögen auch ohne Konzept im Hinterkopf gut funktionieren, die ganze Geschichte erschließt sich jedoch nicht. Dazu trägt auch bei, dass vieles musikalisch nur skizzenhaft – eben soundtrackartig – ausgearbeitet ist und mit „Cold Heart Of The Klondike“ und „A Life Of Adventure“ nur wenige Song konventionellen Lied-Strukturen folgen. Durch die Vermischung von klassischer und traditioneller schottischer Instrumentierung (aus diesem Kulturkreis zieht Dagobert schließlich in die große, neue Welt aus) entsteht jedoch eine spannende Mischung, die in Stücken wie „Into The West“ (Spaghetti-Western anyone?) oder „The Last Sled“ gut aufgeht.
Wenn man nicht gerade großer Fan der Buchvorlage oder eingefleischter NIGHTWISH-Fan ist, wird einen „The Life And Times Of Scrooge“ wohl kaum zu einem von beidem machen. Selbst wenn man sich zu (mindestens) einer Gruppe zählt, muss man mit Holopainens Solodebüt nicht zwingend etwas anfangen können. Aber darum geht es bei diesem Werk sowieso eher sekundär. „The Life And Times Of Scrooge“ spiegelt von Anfang bis Ende die künstlerische Vision des Finnen – Die man entweder verstehen kann oder eben nicht.


Tracklist:
01. Glasgow 1877
02. Into The West
03. Duel & Cloudscapes
04. Dreamtime
05. Cold Heart Of The Klondike
06. The Last Sled
07. Goodbye, Papa
08. To Be Rich
09. A Lifetime Of Adventure
10. Go Slowly Now, Sands Of Time

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Manuel

Autoren Bio

Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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