Plattenkritik

Turbowolf - Turbowolf

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Release Date: 11.11.2011
Datum Review: 15.12.2011

Turbowolf - Turbowolf

 

Der Tag der Zermalmung naht! Eine Band mit diesem eindeutigen Namen ist nicht gekommen, um zu reden. Sie handeln. Und sie kämpfen! Tiefhängende Gitarren, fransige Kutten und schmierig verschwitzte Matten sind ihre Waffen. Kick-Ass-Rock´N-Roll mit vielseitig kantigem Einschlag ist ihr Triumph.

TURBOWOLF vereinen gleich zwei Kräfte, die ihr Bandname bereits eigenhändig erklärt. Das selbstbetitelte Debütalbum der Distortion-Söldner beansprucht knallende 40 Minuten Power, die, von „Introduction“ zunächst niedlich angekurbelt, mit „Ancient Snake“ die erste Breitseite fahren und für einige Minuten kaum Zeit zum Atmen zwischen qualmender Garagenluft, quetschenden 70er Rockriffs und leichtem Psychedelic-Hauch lassen. Andy, Joe, Chris und Blake halten ihre Ausbrüche selten im Zaum - im Falle von „Bag O´Bones“ oder „Read + Write“ sprinten sie mit HELLACOPTERS oder TOWERS OF LONDON um die Wette während die CANCER BATS-Kollegen den Schiri machen. „The Big Cut“ könnten die Engländer auch als Stinkefinger-Patch auf den Markt werfen - trotz des vorangehenden Interludes „TW1“, welches unangemessen und ohne Berechtigung den liebevoll und erfolgreich aufgebauten Drive des Albums wegschnieft. Ausflüge mit elektronischen Einwürfen oder die Hochgeschwindigkeitsexplosion „Things Could Be Good Again“ sind hingegen guten Gewissens erlaubt und können im Zweifelsfall auf die Tourtraumata aus der gemeinsamen Straßenzeit mit KORN oder DIMMU BORGIR geschoben werden.
Vielleicht bald als Stargast beim Krippenspiel?

TURBOWOLF wissen, wer die Eier am tiefsten hängen hat und wo das Lämmchen keinesfalls lebendig herauskommt. „Turbowolf“ trumpft mit glasklarem Selbstbewusstsein und spielerischer Klasse, dass der Kronleuchter von der Decke zu rasseln droht. Trotz der „nur“ akustischen Backpfeifen und Arschtritte gibt es reichlich Facetten und Details zu entdecken, wie beispielsweise das düstere „All The Trees“, welches Drogenkonsum oder Traumwelt als Initiator zulässt. TURBOWOLF gehen als triefende Gewinner aus ihrer Studiozeit hervor und sind nun bereit, sich gefährdeten Gehörgängen oder unartigen Nicht-Rockern zu widmen.
Ernst nehmen sollte man diesen Haufen Irrer aus Bristol daher bitte unbedingt.


Trackliste:

01. Introduction
02. Ancient Snake
03. Seven Severed Heads
04. Bag O'Bones
05. TW 1
06. Read & Write
07. The Big Cut
08. K-J
09. A Rose For The Crows
10. Son (Sun)
11. Things Could Be Good Again
12. All The Trees
13. Let's Die

Alte Kommentare

von Zoria 16.12.2011 08:52

Gute Platte mit ein paar Schwächen, muss man im Auge behalten, die Jungs. Rezi passt.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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