Plattenkritik

Two Door Cinema Club - Tourist History

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Release Date: 05.03.2010
Datum Review: 26.02.2010

Two Door Cinema Club - Tourist History

 

Sie ist mittlerweile nicht mehr nur ein Großstadt-Phänomen. Wo immer sich Studenten oder solche, die gerne welche wären aufhalten, hat sie ihren Platz gefunden und findet regen Zuspruch. Die Indie-Disko. TWO DOOR CINEMA CLUB wissen das. Und sie wollen da hin. Unbedingt.

Es wäre vermessen, zu behaupten, dass die drei Jungs aus dem, Überraschung, Vereinigten Königreich (genauer: aus Nordirland) nicht haargenau bescheid wüssten, wie dieses Ziel ohne größere Anstrengungen zu erreichen ist. Im Grunde ist „Tourist History“ Malen nach Zahlen, nur dass die Wachsmaler und Pinsel gegen Gitarren und Bass getauscht wurden und sich zudem noch ein Drumcomputer dazu gesellt, auf dem sich wohl nach wie vor einzig und allein die Datei BlocPartyHitSingles.exe befindet (ohne mich nun genauer mit dem Wesen von Drumcomputern auszukennen).

Soll heißen: Überraschungen sind auf dem ersten Album des Trios Mangelware, im Grunde verschießt man sein Pulver schon mit dem Opener „Cigarettes In The Theatre“. Spannender wird es nicht mehr und warum man nicht öfter mal auf das Moment der Überraschung vertraut, das diesem gottverdammten Hit von einem Song gegen Ende in Form von unvermitteltem Bläsereinsatz anhaftet will sich mir nicht so recht erschließen. Stattdessen gibt es im folgenden Verlauf noch neun weitere Male gefällige Gitarrenmelodien, einschmeichelnden Gesang und den obligatorischen Stampferrythmus, welcher sich über die komplette Distanz der knapp 32 Minuten bestenfalls marginal verändert.

Das hört sich jetzt nun alles negativer an, als es am Ende ist. Wenn TWO DOOR CINEMA CLUB mit ihrem Debüt ein homogenes Album abliefern wollten, so kann man ihnen nur gratulieren: Ziel erreicht. Zumal: so richtig langweilig wird diese zugegebenermaßen etwas arg berechnete Hitansammlung auch nach dem zehnten Durchlauf nicht. Klar mangelt es irgendwie an „Aha“-Erlebnissen, aber man möchte fast mutmaßen, dass die Band ihre Songs erst in zweiter Linie für den Konsum zuhause und in erster für das tanzwillige Partyvolk schreiben.

Dass ihnen dieses aus den Händen fressen wird, ist abzusehen. Schon am gestrigen Abend sorgte das in der Tat mitreißende „Undercover Martyn“ für rythmisches Kopfschütteln nebst den neuesten Indie-Ausdrucks-Tanz-Moves im Münchener Atomic Cafe. Eine Indie-Disko, wer hätte es vermutet. TWO DOOR CINEMA CLUB wissen eben, wie der Hase läuft. Das kann man wahnsinnig berechnet und völlig innovationsfrei finden und das ist es schlußendlich auch, aber versucht erstmal, bei Songs wie „I Can Talk“ die Füße still zu halten. Nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Diese ausgefuchsten Iren...


Tracklist:

1. „Cigarettes In The Theatre“
2. „Come Back Home“
3. „Do You Want It All?“
4. „This Is The Life“
5. „Something Good Can Work“
6. „I Can Talk“
7. „Undercover Martyn“
8. „What You Know“
9. „Eat That Up, It’s Good For You“
10. „You’re Not Stubborn“

Alte Kommentare

von Arndt 09.03.2010 17:00

indie hier, indie da... gehts auch noch ohne? Indie-Ausdrucks-Tanz-Motive? Ey bitte!

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Manuel F.

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Eher so der Kumpeltyp.

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