Plattenkritik

U2 - No Line on the Horizon

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Release Date: 27.02.2009
Datum Review: 26.02.2009

U2 - No Line on the Horizon

 

Mit U2 verhält es sich prinzipiell wie mit McDonalds. Jeder schimpft drüber, geht nicht hin und findet es ganz widerlich. Trotzdem ist McDonalds das wohl einzige Unternehmen weltweit, welches konstant ohne Krisen auskommt und finanziell auch in Zeiten der globalen Geldnot dominieren kann. Und U2? Ähnlich. U2 bringen noch auf ihre alten Tage gute Platten heraus, gehen auf Welttour und verkaufen die größten Stadien aus. Da soll mal einer sagen, U2 ist Mist.

Und welche Band, lehnt schon Arbeit mit Rick Rubin ab? Gute Frage.
Außerdem spricht für U2, dass sie seit ihrer Gründung gänzlich ohne Besetzungswechsel innerhalb der Band auskommen. Welche Kult-Band kann das schon von sich behaupten?
Sehen wir also nun davon ab, dass Bono Fox tierisch mit seinem Mutter Theresa Image nervt, haben wir es hier mit einer Top-Band zu tun.

Und eben diese Top-Band veröffentlicht nun mit "No Line on the Horizon" ihr bereits 14tes Album, ohne ein paar Live-Alben, Best-Of Compilations und natürlich unendlicher Bootlegs mitgerechnet.

"How to Dismantle an Atom Bomb" liegt inzwischen Fünf Jahre zurück und wirklich bombig war diese Album nicht. Ein paar nette Singles, aber nichts was im Nachhinein so sehr fesselt wie die Frühwerke "October", "Boy" oder das Hit-Album "The Joshua Tree".
Da beginnt "No Line on the Horizon" schon vielversprechender. Der Opener und gleichzeitig Titeltrack ertönt mit dem typischen U2-Neuzeit Sound und fesselt den Hörer dank der ungewöhnlich kraftvoll klingenden Stimme von Bono. Top Auftakt, der durch das nachfolgende "Magnificent" leider getrübt wird. "Moment of Surrender" plätschert komischerweise ganze 7 Minuten vor sich hin und hält kaum ein Highlight bereit. Zwar ganz nett anzuhören aber verdammt, das ist nicht das was U2 mal konnten.
Auch Balladen wie "White as Snow" zünden nicht auf Anhieb und dabei waren gerade die langsamen Songs das, was U2 wirklich gut konnten. Und jetzt lassen U2 einen so zurück. Nicht zwangsläufig schlecht, halt nur ohne die großen Momente. Wäre dieses Album nicht von U2, würde es untergehen. Aber es ist von U2 und somit ist es zwangsläufig nicht schlecht, sondern einfach enttäuschend. Aber kommen wir zurück, zum Vergleich des Anfangs. Wenn es einmal bei McDonalds nicht schmeckt, gehen wir ja trotzdem das nächste Mal wieder hin.

Tracklist:


1. No Line On The Horizon
2. Magnificent
3. Moment of Surrender
4. Unknown Caller
5. I'll Go Crazy If I Don't Go Crazy Tonight
6. Get On Your Boots
7. Stand Up Comedy
8. Fez – Being Born
9. White As Snow
10. Breathe
11. Cedars Of Lebanon

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Raphael

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