Plattenkritik

Unearthly Trance - V

Redaktions-Rating

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Release Date: 01.10.2010
Datum Review: 28.09.2010

Unearthly Trance - V

 

Beruft man sich auf die Atmosphäre eines Albums, um dessen Güte und Wesen zu beschreiben, tut man sich damit in den meisten Fällen als Reviewer keinen wirklichen Gefallen. Zu unnachvollziehbar und schwammig ist dieser Begriff, um einen wirklichen Eindruck davon zu vermitteln, wie Musik klingt. Allerdings gibt es Bands, denen man anders in Schriftform kaum beikommen kann. Die eben nicht auf virtuose Musikalität setzen, sondern sich vielmehr schlichtweg alle Zeit der Welt nehmen, um dem Zuhörer eine Wall Of Sound vor sein Gesicht zu setzen, die nachwirken soll, ohne dass man eigentlich genau weiß, warum.

UNEARTHLY TRANCE sind so eine Band. Schon immer eher am unteren Ende der Geschwindigkeitsskala lärmend und dröhnend ist „V“ nun, der Titel lässt es ja vermuten, bereits das fünfte Album des Trios. Allzu viel geändert hat sich seit den letzten Relapse-Platten der Jungs nicht. Noch immer kracht es im Gebälk und die Vermittlung von Lebensfreude überlassen sie auch lieber anderen. Stattdessen eine Stunde lang purster Hass in Slow Motion. Riff an Riff, oftmals bis zum Exzess wiederholt und nur selten von sphärischen Parts unterbrochen. Doom und Sludge in unheiliger Allianz, wenn man so möchte. Das machen sie auch sehr konsequent. So konsequent wie noch nie vielleicht sogar. Und ab und an überspannen sie den Bogen dabei dieses Mal leider auch.

Denn wenn dieses Album einen großen Makel hat, dann ist es seine relative Gleichförmigkeit und Redundanz, die statt Trance-artiger Bewusstseinszustände schnell zu Kopfschmerzen führen kann. 13 Songs lang passiert hier nämlich im Grunde nahezu durchgehend das Selbe. Die Gitarren walzen sich ihren Weg nach vorne, das Schlagzeug donnert schleppend hinterher und den Bass hört man zwar, aber letztlich ist es eben der Bass: stets präsent und doch nie wirklich auffällig. Über allem thront eine gar mächtig angepisste Stimme, die einem das Leid der Welt glaubhaft vor das innere Auge führt. Woher all der Hass kommt, bleibt zwar einerseits nebulös verschwommen, ist andererseits auch nahezu irrelevant. Denn das hier ist eben – obacht! - Atmosphäremusik der dunkelsten Sorte. Darin auch durchaus erfolgreich, nur deutlich zu unvariabel, um über eine ganze Stunde die Intensität zu wahren. Gerade der Mittelteil schwächelt nach solch großartigen Songs wie dem Opener „Unveiled“ oder dem ausgesprochen garstigen „Solar Eye“ inklusive feinem Gitarrensolo dann doch ziemlich. Es passiert einfach nichts neues mehr. Hier wird vielmehr zu weiten Teilen wiedergekäut, was man in den ersten 20-25 Minuten schon zu Genüge erlebt hat. Noch mehr Dampfwalze, noch mehr Hass, noch mehr Dröhnen eben. Da schaltet man dann im Zweifel doch irgendwann ab und widmet sich möglicherweise den etwas erfreulicheren Dingen im Leben.

Allerdings würde man dann auch den wieder ziemlich intensiven Schlußteil verpassen, während dem sich UNEARTHLY TRANCE wieder fangen, zuweilen gar zu überraschen wissen, wenn sich doch noch die eine oder andere Melodie einschleicht. Ein zweischneidiges Schwert, dieses an sich beeindruckende Album, welches letztlich vor allem unter seiner Länge zu leiden hat. 15-20 Minuten weniger Spielzeit hätten keinesfalls geschadet, den Gesamteindruck sogar ausgesprochen verbessert. Interessant und einnehmend ist das ja allemal, was die Band hier spielt. Nur eben oftmals auch ein ziemlich redundantes Album, die die Aufmerksamkeitsspanne des Zuhörers gelegentlich überschätzt. Trotzdem allemal wert, gehört zu werden. Diesen Sound haben andere Bands nämlich auch schon weitaus weniger interessant gespielt.

Tracklist:

1.„Unveiled“
2.„The Horsemen Arrive In The Night“
3.„Solar Eye“
4.„Adversaries Mask 1“
5.„Adversaries Mask 2“
6.„The Tesla Effect“
7.„Sleeping While They Feast“
8.„Submerged Metropolis“
9.„Current“
10.„Physical Universe Distorts“
11.„Into A Chasm“
12.„The Leveling“
13.„Untitled“

Alte Kommentare

von Anonymous 29.09.2010 12:54

Nach den Myspace Songs muss ich das Album wohl echt haben. Sehr nett.

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Manuel F.

Autoren Bio

Eher so der Kumpeltyp.

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