Plattenkritik

V/A - Bowiemania

Redaktions-Rating

Tags

Info

Release Date: 06.07.2007
Datum Review: 25.06.2007

V/A - Bowiemania

 

David Bowies 60. Geburtstag ist schon seit einigen Monaten nicht mehr ganz aktuell, trotzdem ist dieses Jubiläum Grund genug, dem so oft genannten �Chamäleon des Rock� ein Tribute Album als Geschenk einzuspielen.

Das erstaunlichste an Bowie war bzw. ist ja, dass der Mann oft genug mit erschreckender Präzision musikalische Trends voraussah, und, zugegeben, sich dabei auch gelegentlich irrte (man nehme nur seine Phase als poppiger Soul Crooner). Aber bis auf eben diese kleinen Ausrutscher war praktisch alles dabei: Glam, Garage, New Wave, und das meist, bevor es dafür überhaupt einen Namen gab. Größen wie Marc Bolan zählten zu seinen Freunden, und heute gibt es wenige Musiker, die Bowie nicht zu ihren großen Vorbildern zählen.

So scheint es nur logisch, dass das französische Label �Naive� eine Riege hochkarätiger internationaler (und vor allem französischer) Künstler versammelt hat, um dem verkannten Genie ein Tribut zu zollen. Dabei gilt es natürlich viele musikalische Klippen zu umfahren, um das Projekt nicht in den Sand zu setzen. Auch Bryan Ferry (of ROXY MUSIC fame) hat vor kurzem sein �Dylanesque� verpatzt. Das ist hier glücklicherweise nicht der Fall, musikalisch gibt es nichts auszusetzen. Durch eine interessante Künstlerauswahl wurden den Bowie Songs neue (und interessante) Aspekte abgewonnen, ohne die Grundstimmung der Stücke zu verfälschen. Da gibt es das rhythmisch äußerst vertrackte �Space Oddity� von Elektronik Elfe Emilie Simon, das mal wie ein Schlaflied, mal wie ein 70s Sci-Fi Soundtrack wirkt, das theatralische �Life On Mars�, mit THE DIVINE COMEDYs Neil Hannon und Yann Tiersen oder �This Is Not America�, das diesmal um kubanischen Rhythmen und Bossanova erweitert wurde. Trotz der offensichtlichen Klasse der Adaptionen bleibt aber ein etwas fader Nachgeschmack, denn die Songs entsprechen weitgehend einem Best-Of, wenn auch einem guten. Etwas mehr Fantasie hätte �Naive� da gut getan.

Dem kann man eigentlich nur noch wenig hinzufügen, außer einem kleinen Fun-Fact am Rande: Als Ziggy Stardust hatte Bowie angeblich eine Affäre mit Mick Jagger, der wiederum mit Bowies damaliger Frau Angela Barnett verkehrte. Dies resultierte dann im ROLLING STONES Song �Angie�, den man heute gelegentlich in der Politik benutzt. Und da soll noch jemand sagen wir würden in einer Diktatur der Angepassten leben.



1.Emilie Simon �Space Oddity
2.Paco Volume �The Jean Genie�
3.Yann Tiersen & The Divine Comedy �Life On Mars�
4.Medie & The Medicine Show �Rebel Rebel�
5.Microsillon ft. Eugénie Alquezar �This Is Not America�
6.Los Chicros �Changes�
7.The Gourds �Ziggy Stardust�
8.The New Standards �All The Young Dudes�
9.Ask The Dust �John I�m Only Dancing�
10.Rhonda Harris �China Girl�
11.The String Quartett �Ashes To Ashes�
12.Botox �Fashion�
13.Cocosuma �The Man Who Sold The World�
14.Sacha Sieff & Manuel Armstrong �Heroes�
15.Arno & Beverly Jo Scott �Jean Baltazaarrr

Autor

Bild Autor

Dennis

Autoren Bio

Suche

Social Media