Plattenkritik

Vale Tudo - Anything Goes

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Release Date: 01.08.2006
Datum Review: 09.12.2006

Vale Tudo - Anything Goes

 

Der erste Song ist ein Intro, in dem der dicke MADBALL Basser Hoya Roc in sechs Sekunden eine kleine Propagandaansprache bezüglich VALE TUDO hält. So, nun muss ich an dieser Stelle mal loswerden, dass eins meiner Nachbardörfer auch Hoya heißt…und nachdem ihr euch nun alle über diesen ulkigen Zufall auf dem Boden gekugelt habt, wollen wir zurück zum Ernst der Lage kommen.

ZURICH CITY – GRILLMOSH…was soll man sich darunter vorstellen? Ich habe mich ein bisschen auf die Schippe genommen gefühlt und als überzeugter Vegetarier, war ich auch schockiert über die Pressemitteilung, in dem man es heißt, dass die „Königen des BBQ“ mehrere Tonnen blutigen Fleisches „weggrillen“. Hm…ach, da stand auch was von Hardcore und dass am Bass nun einer von CATARACT mitmischt. Gut, dann bin ich ja mal gespannt, auf den Fleisch-HC der sechs Züricher. Als „Once And For All“ mir dann entgegenschmettert, bin ich ehrlich überrascht, denn für den Bruchteil einer Sekunde dachte ich, dass dies möglicherweise die neue MADBALL ist, aber das lag auch mehr an den Gitarren, der doppelte Gesang der beiden Shouter, lässt diesen Gedanken sehr schnell in Schall und Rauch auflösen. Das hier ist ein Brett, dass sich gewaschen hat. Rauhes, brutales Riffing, tighte Drums und aggressive Vocals. Hier und da ein eingespielter Rülpser. OLDSCHOOL, aber nicht unmodern. Textlich will ich mich dann doch etwas zurückhalten, denn ich denke, dass Titel, wie „BBQ Song“ oder „Beer Butt Chicken“ für sich sprechen. Ich möchte da nicht vorgreifen.

Was überrascht, ist der recht gute Sound der D.I.Y. Platte. Klar, etwas dünn, aber die Drums sind sauber und klar, die Gitarren sind differenzierbar und das ist ja nicht immer der Fall, bei derartigen Aufnahmen. Das ist schon mal ein Pluspunkt. Die Mucke an sich, ist nicht der Oberknüller, halt schon tausendmal da gewesen, aber dennoch funky. Man kann das Rad nicht immer neu erfinden. Mein Lieblingssong ist der Titeltrack zu VALE TUDOs Erstling „Anything Goes“. Besonders hier gefällt mir die gepaarte Gesangsgangart und auch die Gitarren, die wirklich derbe an MADBALL erinnern, erzeugen unheimlich Druck in meinen kleinen Boxen. Doch, das gefällt mir ganz gut und hat auch nicht den beißenden Beigeschmack der Monotonie, auch wenn hier nicht gerade großartiges passiert.

Getourt haben die Recken schon mit RAMALLAH, DEATH BEFORE DISHONOUR, SWORN ENEMY, CATARACT und und und…außerdem haben sie auch schon mit unseren Münsteraner Freunden MISERY SPEAKS auf der Bühne gestanden und werden im neuen Jahr auch mit u.a. den unglaublichen END IS FOREVER „neue Saiten aufziehen“. Der „Aha-Effekt“ wird dadurch ausgelöst, dass diese Band erst seit MÄRZ 2006 (!) besteht. Liebe Leute, Respekt. Dafür klingt das echt gut und wieder einmal wird gezeigt, dass wir hier im europäischen Umfeld jede Menge verdammt gute Bands haben, die es gilt zu pushen und dem Mainstream-Konsum aus den Staaten entgegen zu wirken.
„DRINK, FUCK, FIGHT!“, wenn ich an dieser Stelle VALE TUDO zitieren darf.


Tracklist

1. Intro – Hoya Roc
2. Once And For All
3. Barbecue Song
4. A Bunch Of Fags
5. Anything Goes
6. Final Shot
7. Beer Butt Chicken
8. Your Blood On My Shirt
9. Fuck You Part I

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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