Plattenkritik

Valise - Dreamcatcher EP

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Release Date: 11.07.2011
Datum Review: 24.01.2012

Valise - Dreamcatcher EP

 

Dallas wirkt mit seinen eher sterilen Bauten und seinem kommerziellen Background trocken und oberflächlich. Auch vom musikalischen Output her geben sich in der texanischen Metropole eher glitzernde Countrysängerinnen als gewiefte Rockbands die Klinke in die Hand. Casey Newton, Vince Penick, Jared Travis und Ricky Johnson sind gekommen, um dieser oberflächlichen Ansicht Beine zu machen.


Ganz unverfangen und ohne den klangvollen Namen VALISE vorher via Warped Tour- oder Pressewege breitzutreten, schafft es die „Dreamcatcher“-EP der frischen Alternativerock-Band trotzdem in die „Most Anticipated“-Listen der großen US-Magazine und erklärt mit schwebenden Hymnen wie dem glänzenden „Chains“ oder dem sphärisch dynamischen Titeltrack in bester CIRCE SURVIVE-Manier die Ab- und Ansichten ihres modernen Ambient-Indie-Sounds. Letztlich auf die EP gebannt wurden die vier lebendigen Songs szenenah mit Produzent Matt Wilbur in den Vanguard Room Studio in Florida (u.a. PERSON L, THIS DAY AND AGE, LYDIA), der den Sound von VALISE flächig und atmosphärisch ausatmen lässt, ohne die Band nur von Artverwandten kopieren zu lassen.

„Heartbeat“ entpuppt sich nach wiederholtem Durchlauf als Verfechter sowohl von ruhigen Soundwolken als auch von melodischen und abgrenzenden Arrangements und erklärt nur schweren Herzens mit seinem Ausklang die Halbzeit der EP. Fleißig sein und zurückkehren in die wohligen Aufnahmeräume will das US-Quartett noch in diesem Jahr, um in Albumlänge aufs Band zu bringen, was die „Dreamcatcher EP“ hier vorbildlich und abwechslungsreich, aber in Miniplatten-Länge nur zu kurzweilig kredenzt. Wenn die Skyline nervt, kommen die tatsächlich verträumten Klänge von VALISE genau richtig: Wie Dallas in den Kindertagen brauchen die Songs Zeit, erfordern Hingabe und Konzentration. Dann aber ist zu spüren, wie sich das schwermütige Sonnenlicht an der verspiegelten und kühlen Wolkenkratzerfront bricht.

Trackliste:
1. Dreamcatcher
2. Heartbeat
3. Chains
4. Scary In The Dark

Autor

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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