Plattenkritik

Versus The World - Drink. Sing. Live. Love.

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Release Date: 03.08.2012
Datum Review: 23.07.2012

Versus The World - Drink. Sing. Live. Love.

 

Das überfällige Zweitwerk dieser vier vertrauten Gesellen könnte auch stumpf „Sonne. Surfen. Stadionrock.“ betitelt werden. Noch offensichtlicher und prägnanter schafft es das lokale Stell-Dich-Ein der Vorzeigekalifornier Chris Flippin und Mike Davenport dieses Mal, mit dem glänzenden Pick-Up bis direkt an den Sandstrand zu fahren.


So geht Lebensgestaltung im malerischen Santa Barbara: „Drink. Sing. Live. Love“. Und so wird gegen die Welt angetreten. Der Rest ergibt sich. „We Are What We Listen To“ singt die Band um den ehemaligen THE ATARIS-Basser und den Gitarren-Hühnen von LAGWAGON im Opener „She Sang The Blues“. Dreizehn Mal treten VERSUS THE WORLD dann den Beweis an – mit dem, was sieben Jahre nach Erscheinung des selbstbetitelten Debüts ursprünglich in EP-Form daherkommen sollte. Sieben lange Jahre - und „Mason Grace“ oder „Lullaby“ klingen, als wären sie bereits 2005 für „Versus The World“ geschrieben, produziert und aufgenommen worden: Die warm krächzende Stimme von Donald Spence dockt mit Melodie und Betonung ohne jede Scheu an ältere THE ATARIS-Nummern an, „Crooks & Liars“ lehnt sich sogar weit in den Proberaum der Band von Ex-Kollege Kris Roe hinein.

Dabei klebt der füllige Strophenteil von „A Fond Farewell“ ebenso sauber in der selbsterlebten (Poppunk-)Vergangenheit wie „Donner Pass“ mit Skatepunkwampe und „Hoss“-Tributsolo im Mittelteil. „A Love Song For Amsterdam“ kann zwar nicht mit der zerreißenden Erklärung an die niederländische Metropole mithalten, die I AM THE AVALANCHE jüngst veröffentlichten, reicht aber alle Male zum luftigen Mittänzeln und genießen.

Luftig - das trifft in etwa die Stimmung, die VERSUS THE WORLD und „Drink. Sing. Live. Love“ auf ihre immerjunge Party begleitet. „These Bones“ will inmitten der einnehmenden Produktion sofort mitgesungen werden, in „Lullaby“ heißt es passenderweise und ungezwungen „Let The Needle Push The Ink In Our Skin – Let The Night Be For Singing And Sin“. Wenn „We Were Alive“ nach einer dreiviertel Stunde sentimental in Finale driftet, ist es bereits Nacht geworden – und Donald, Mike, Chris und Schlagzeuger Bryan Charlson haben die melodische Folgetat gesund und aufrecht überstanden.
Charmant, akustisch mindestens so grinsend wie ausgeschlafene SUGARCULT ihrer Zeit und mit Hilfe des gründlich gepflegten Soundvolumens stoßen die vier Kollegen an.
Zu einer jenen Bilanz welche das Debüt mit Herz und Hits funkeln lies trifft man sich dann wieder nüchtern. Also circa 2019.

Trackliste:

01. She Sang The Blues
02. Mason Grace
03. A Fond Farewell
04. The Kids Are Fucked
05. Lullabye
06. These Bones
07. A Love Song For Amsterdam
08. Crook & Liars
09. Oh Brother, Where Art Thou
10. In Fear Of Finale
11. Donner Pass
12. Angry February
13. We Were Alive

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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