Plattenkritik

Vessels - Helioscope

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Release Date: 11.03.2011
Datum Review: 17.03.2011

Vessels - Helioscope

 

Prallen Feuer und Wasser aufeinander, sind immerhin zwei von vier mächtigen Elementen involviert, die Rauch oder vielleicht einen Regenbogen erzeugen. Tragen die Briten VESSELS (auf dem Wasser reisend) aber aus ihrem Werk „Helioscope“ (zur Sonnenbeobachtung verwendete Spezialgläser) vor, so reichen zur Beschreibung und Ausbreitung des Dargebotenen keine – sagen wir mal - 50 Elemente.

Sicher nicht umsonst wählt eine Band wie VESSELS (richtig - und auch Oceansize...) einen maritimen Bandnamen, schließlich halten die Weltmeere und ihre Tiefen ein ebenso breites und buntes Spektrum an Farben, Stimmungen oder Lebendigkeiten bereit, wie musikalische, fast schon künstlerische Zusammenschlüsse, die solche Portionen an progressivem Postrockausflügen servieren. „Helioscope“ bietet von vertrackt perplexen Klangwelten, vorgetragen mit erhabener Vielseitigkeit und heroischem Überblick („The Trap“) über britisch gehauchten, indielastigen und flotten (fast single-fähigen) Pop-Zynismus („Recur“) dann wieder genauso die schier unüberschaubare sowie randvoll gespickte Dickmilchpackung voller Vitamin A wie anstrengend, Pro-Vitamin B wie beinahe wahnsinnig oder C wie chaotisch introvertiert („Art/Choke“). Wie auch das liebe weite Meer behalten die fünf Burschen um Tom Evans und Lee Malcolm aus Leeds die Überhand, egal ob es zerbrechliche Schmalspurlaster wie „Meatman, Piano Tuner, Prostitute“ oder epische Endzeitzentren hervorwirft, die auf dem zweiten Album „Helioscope“ doch insgesamt organisierter und strukturierter aus den Wellen auftauchen.

VESSELS ist und verweilt mitsamt Artwork (wunderbar), Produktion (vorbildlichst) und Songwriting (wenn man davon überhaupt sprechen kann) ein Gesamtkunstwerk, welches erst erhört und dann verstanden werden will. Was und welcher Anteil dieses außerirdisch anmutenden Atmo-Core-LP-Ungetüms vom Konsumenten als grandioser Kreativitätsverdienst oder grenzwertig zerrender Nervenast abgestempelt wird, ist auch hier reine Geschmackssache. „Helioscope“ verdient jedoch Beachtung, Respekt und hier und da vielleicht ein romantisches Schunkeln – wie auch Poseidons Schützlinge.

Tracklist:

1. Monoform
2. The Trap
3. Recur
4. Later Than You Think
5. Meatman, Piano Tuner, Prostitute
6. Art/Choke
7. Heal
8. All Our Ends
9. Spun Infinite

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von twin 20.03.2014 22:16

tolles album

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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