Plattenkritik

Violence Approved - No Free Rides

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Release Date: 26.03.2011
Datum Review: 08.04.2011

Violence Approved - No Free Rides

 

District 763 Records ist ein relativ frisches Label aus Dillingen im Saarland. Unter Vertrag stehen dort zurzeit 6 Bands aus Deutschland, Polen und Russland. In bester DIY-Manier versucht man, den größtenteils metallisch angehauchten, aber dennoch recht traditionellen NY-Hardcore-Sound der Künstler an den Mann zu bringen. Grund genug, um auch mal der Band des Labelgründers Markus Ehre Aufmerksamkeit zu schenken, in der er nun schon seit 8 Jahren shoutet: VIOLENCE APPROVED.

Nach etlichen Besetzungswechseln, einer Demo und einem Debütalbum scheint die Band sich nun endgültig gefunden zu haben und macht einen enthusiastischen Eindruck. Allerdings ist man nach so langer Zeit, so vielen gespielten Shows und so viel Studioerfahrung natürlich auch nicht mehr grün hinter den Ohren und weiß, was man tut. Das macht sich auch auf „No Free Rides“, dem neuen Output von VIOLENCE APPROVED bemerkbar: Musikalisch lässt sich das ganz klar in die Ecke Madball, Agnostic Front und Konsorten stellen, wobei öfter mal in schnellere und härtere Gefilde abgedriftet wird. Viel zu reissen gibt es in dieser Sparte natürlich nicht mehr, denn seit mehreren Jahrzehnten schlagen etliche Bands diese Richtung ein, um dann in der Versenkung unter zu gehen. Die Sache muss also etwas cleverer angegangen werden. Und das scheinen die Saarländer zu wissen.
Die Platte punktet ganz klar bezüglich folgender Aspekte: Der Gesang gestaltet sich erstaunlich variabel, Markus klingt meist nach einem etwas aggressiverem Roger Miret, aber eben nicht durchgehend. Hinzu kommt, dass durch die zahlreichen Gastauftritte (darunter eben genannte NYHC-Ikone Miret, Marshall von den Warriors und die Sänger der ebenfalls deutschen Bands Anticops, Bleed Into One und Dead End Tragedy) auch desöfteren ein Überraschungsmoment entsteht. Das Unity-Gefühl, hinter dem die Musiker zu stehen scheinen, wird also passend vermittelt. 2 Songs, in denen deutsch gesungen wird, befinden sich ebenfalls auf „No Free Rides“, auch wenn man das nicht auf Anhieb versteht.
Desweiteren tut man auch instrumentell sein Bestes gegen die Monotonie, nimmt desöfteren das Tempo raus, baut Breakdowns ein (auch welche die stark in Richtung Beatdown gehen), lässt stellenweise ein sehr lebhaftes Bassspiel durchscheinen und präsentiert in „Tears of Rage“ sogar eine recht unkonventionelle Gitarrenmelodie, die aber keineswegs aus dem Rahmen des Albums fällt.
Die Songs sind alle recht eingängig, zeichnen sich durch ein messerscharfes Riffing aus, mitsing- und mittanzbar sind sie sicherlich auch. Textlich läuft das Ganze gewohnt prollig ab, wie es eben auch zur Musik passt und wie die Zielgruppe es wahrscheinlich auch gerne liest.

So gesehen machen VIOLENCE APPROVED auf ihrem 2. Album also alles richtig, werden ihre Fangemeinde meiner Voraussicht nach damit auch weiter vergrößern und sicherlich auch die Meute gut anheizen, wenn sie sich mal wieder Bühne mit namhaften Bands wie Terror, Biohazard oder Death Before Dishonor teilen. Dennoch ist es nach dem Durchhören von „No Free Rides“ nicht so, als hätte die Erfahrung das musikalische Weltbild oder eben das Hardcore-Weltbild des Hörers verändert. Man kriegt was man erwartet, wenn man den Namen liest und das Artwork sieht. Ob das gut oder schlecht zu bewerten ist, liegt im Auge des Betrachters. Für das Mindesthaltbarkeitsdatum einer Hardcore-Platte ist es sicherlich klug, ein bisschen Innovation ins Spiel zu bringen. Was das betrifft, befinden sich VIOLENCE APPROVED im guten Mittelfeld.

Tracklist:
1. By My Side (feat. The Warriors)
2. No Free Rides
3. Deal (feat. Dead End Tragedy)
4. Die for it (feat. Roger Miret & Anticops)
5. Never Break
6. Für die Ewigkeit
7. Tears of Rage
8. Rise and Grow
9. Someday
10. In mir

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Marcel M.

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