Plattenkritik

Walking Concert - Run to be born

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Release Date: 01.01.1970
Datum Review: 14.10.2005

Walking Concert - Run to be born

 

Walter Schreifel ist einfach ein Mann mit Geschichte, ob er sie nun gemacht hat ist dabei bestimmt Geschmackssache. Doch sicher dürfte sein, dass seine Bands GORILLA BISCUITS, QUICKSAND und RIVAL SCHOOLS zu wichtigen Meilensteinen in den jeweiligen Musikrichtungen gehören. Zum Beispiel: wie viele Hardcorebands covern heute noch GORILLA BISCUITS Songs? Bestimmt nicht wenige.

Doch war es all diesen Bands vergönnt länger zu bestehen, nur zu häufig gab es musikalische Differenzen unter den Musikern. Ob diese kurze Schaffensphase vielleicht daran lag, dass man heute noch von ihnen spricht? Vielleicht, denn obwohl es Bands gibt die auch nach der xten Veröffentlichung gut klingen ist doch nur zu häufig der traurige Tot einer Legende dadurch gegeben, dass sie ihr letzten Release nie wieder toppen konnten.

Da Walter Schreifel wohl einen ziemlichen Hang zu musikalischer Neufindung hat konnten seine Gruppen nicht lange bestehen. Dieser Entwicklungsprozess findet nun vermutlich WALKING CONCERT seinen Höhepunkt. "Run to be born" ist ein unerwartet poppiges Werk. Dabei ist es weniger poppig als mehr reiner Pop.

Die Songs sind unglaublich leicht, lyrisch und sie zeigen, dass Walter ein ein gutes Stück Romantiker ist. Der Presse-Zettel sucht den Vergleich mit z.B. BOWIE, THE KINKS oder BECK als aktuelles Beispiel, doch dachte ich schon nach den ersten Sekunden an etwas meiner Meinung viel näherliegendes: THE BEATLES. Natürlich mit nicht zu vernachlässigen moderneren Arrangements.

Besonders begeistern dabei Songs wie der Opener "Whats Your New Thing", der eher ungewöhnliche "But You know...Its true" oder "Audrey". Auch zeigt sich "Run to be born" vielseitig: Zwar klingt das Songwriting oberflächlich sehr ähnlich, liegt die Schönheit von diesem jedoch im Detail. Gutes Songwriting bedeutet für mich in diesem Fall einfach runde Songs, die ohne Hacken ein fehlerfreies Hörvergnügen garantieren. Besonders gefällt mir dabei, dass die Songs sehr kurz geraten sind. Zu schnell sind die Lieder vorüber und man muss sie nochmal abspielen, weil sie einfach danach schreien.

Walter, der auf diesem Album als Träumer durchgeht, hat mit WALKING CONCERT und "Run to be born" etwas geschaffen, das Schreifel-Fans sicher verschlingen werden und jeder der auch nur einen leichten Hang zu schöner Gitarrenpopmusik hat, wird die Scheibe mögen. Ob nun aus dem Mögen Lieben wird muss jeder für sich wissen.

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Christian

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