Plattenkritik

Wayfarer - The Albatross We Keep

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Release Date: 18.02.2014
Datum Review: 05.02.2014

Wayfarer - The Albatross We Keep

 

Auf viele Arten hat Nik Piscitello schon zur Musik gefunden. Genauso oft aber hat ihm das Leben einen Strich durch die Rechnung gemacht und ihn schneller auf den Boden der Realität zurückgezerrt, als es ihn frühere Punk- und Hardcore-Erfahrungen ausleben ließen. Nun schreibt er als WAYFARER neue Hoffnung in seinen eigenen, makellosen kalifornischen Zuckerwattehimmel.

Auf "The Albatross We Keep" klingt der ehemalige SPARK OF LIFE- /LAST OF THE BELIEVERS-Mitstreiter oft nach einer noch verlassenderen Version von RYAN ADAMS. Zu "Worried Ways" zittert die Stimme zu folkigem Schlagzeugrock, zunächst sucht Piscitello jedoch fast vergebens Anschluss. Auch "Skeletons" wächst nur bedingt. Mit erzählten Lyrics geht es zum Nachmittagskaffee mit etwa DUSTIN KENSRUE im Hinterkopf in die Natur. Zusammen leidet es sich vielleicht nicht am schönsten, aber doch am effektivsten. Lichtblicke baut WAYFARER beinahe komplett aus seinen Songs aus, bevor sich im eh schon zu erwachsenen Alltag noch Parasiten wie Hoffnung oder Stimmungswechsel einnisten. Lieber schleicht der gemütliche Brillenträger mit zaghafter Akustikgitarre und gerührter Snaredrum durch den Garten und freut sich klammheimlich, seinen Emotionen bei "Never Be" und (noch deutlicher) im Finale von "Best And Worst" freien Lauf zu lassen.
Schön, wie sehr "The Albatross We Keep" dabei nach heimischer Küchentischproduktion und Herzblut en masse klingt und wie oft man der Handvoll Arrangements anzuhören vermag, zu welcher Tageszeit sie entstanden sein müssten. Auf Dauer wird Piscitello so hoffentlich ein stetiges Ventil finden. Solange bleibt "The Albatross We Keep" eher ein kurzweiliger Einblick und einer auf Distanz zum Hörer.


Trackliste:

1. Worried Ways
2. Skeletons
3. Oh And On
4. Never Be
5. Best And Worst

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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