Plattenkritik

We Are Augustines - Rise Ye Sunken Ships

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Release Date: 05.03.2012
Datum Review: 27.02.2012

We Are Augustines - Rise Ye Sunken Ships

 

Hochgestochene Worte, gepaart mit Brooklyn als Homebase und Indiesound als Schlagwort – das Fass läuft beinahe von alleine über. Mit Ausnahme einer markanten Feinjustierung, die das (quasi Ehe-) Paar Billy McCarthy und Eric Sanderson auch nur als „normale Menschen“ im Alltagstrott aufwachen lässt: Eine erlebte Vergangenheit, die man seinem schlimmsten Feind kaum wünscht.


„Rise Ye Sunken Ships“ lässt den Großstadtfußgänger einerseits gedankenverworren und mit gesenktem Haupt durch die Straßenschluchten spazieren, posaunt aber trotzdem Stolz und Hoffnung in den verhangenden Himmel. Als da wären der eröffnende „Chapel Song“, der mit vorbildlichem Spannungsbogen gemächlich zusammensetzt, was Orgeln, die zerbrechliche Stimme McCarthys und zappelige Gitarren ins Ohr pflanzen. Oder auf der anderen Seite der schüchtern fordernde Fünfminüter „Book Of James“ mit Lagerhallendrums und delikaten Dramapopmomenten, welche im Gegensatz zu Lichtblicken wie „Augustine“ oder dem sättigenden „Philadelphia (The City Of Brotherly Love)“ für die besinnlichen Minuten des Debüts sorgen. WE ARE AUGUSTINES fürchten weder den rockigen Fluchtweg nach vorn („Patton State Hospital“) - noch die komplett abklingende, fast balladeske Offenbarung („East Los Angeles“) und wissen sich zwischen beiden Stühlen zu beweisen.

Aus den Überresten der Vorreiters PELA schöpft das Duo mit Unterstützung durch Trommler Rob Allen nun erneut in den trockenen Postrock-Krug, der sich mit persönlichen Texten und schwimmenden Arrangements langsam aber stetig füllt. „ It's no crime to resign misery with a bottle“ fährt es aus McCarthy, der ein wirres Auf und Ab auf familiärer, musikalischer und emotionaler Ebene sein Leben nennt. Verzweiflung aber auch Nachsicht stehen den Stücken auf „Rise Ye Sunken Ships“ ins Gesicht geschrieben - und verdienen Aufmerksamkeit wenn sie über „Juarez“ selbstlos oder mit „New Drink For The Old Drunk“ offensiv zur Schau gestellt werden.
Am Ende nämlich stehen sie dort - die drei Mannen von WE ARE AUGUSTINES - und haben trotz Etiketten und ihrer durchwühlten Lebensläufe auch nur einen Körper aus Fleisch, Blut und tiefgehenden Songs.


Trackliste:

01. Chapel Song
02. Augustine
03. Headlong Into The Abyss
04. Book Of James
05. East Los Angeles
06. Juarez
07. Philadelphia (The City Of Brotherly Love)
08. New Drink For The Old Drunk
09. Patton State Hospital
10. Strange Days
11. Barrel Of Leaves
12. The Instrumental

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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