Plattenkritik

WE NEVER LEARNED TO LIVE - Silently, I Threw Them Skywards

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 22.06.2015
Datum Review: 22.06.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

1. Shadows in Hibernation
2. Twitching with every Apology
3. Vesalius
4. Crystalline, So Serene
5. Fragmented Footnotes On Selfdiagnosis
6. Now You Will Sleep, Yorko
7. Space Burial
8. Tasting Paralysis

Band Mitglieder

 

Sean Mahon - Gesang
Brett Houslop - Gitarre
David Kane - Gitarre
Mark Portnoi - Bass
Gary Marsden - Schlagzeug

WE NEVER LEARNED TO LIVE - Silently, I Threw Them Skywards

 

Es fällt mir schwer passende Worte für dieses Album zu finden. Beim hören dieses Albums fühle ich mich ein wenig wie einer der Astronauten auf dem Cover, die gerade ein Gefäß in der Hand halten, aus dem schwarze Masse um sie herum strömt.
Das Album umgibt mich völlig, wenn ich mich auf es einlasse, es umgibt mich und nimmt mich in seine mystische Welt auf, auch wenn ich nicht immer ganz verstehe, was dort passiert. Doch beginnen wir am Anfang:

WE NEVER LEARNED TO LIVE  - das sind 5 Jungs aus Brighton, die bereits vor fast zwei Jahren auf ihrer ersten EP sehr mitreißenden Screamo mit einer guten Portion Post-Hardcore und Post-Rock gespielt haben.
Dabei umhüllt das Quintett seine Musik mit einer äußerst mystischen Aura. Diese Reicht vom Artwork, das vor Symboliken nur so strotzt, über die Titel der Lieder, bis hin zu den Texten und reicht bis tief in den Sound von WE NEVER LEARNED TO LIVE .

Im Gegensatz zur ersten EP der Band zeigen sich die atmosphärischen Post-Rock Parts noch vermehrter, wie gleich zu Beginn im Opener des Albums Shadows In Hibernation, dem wohl eingängigsten Song der Platte, der beinahe einen astreinen Post Rock Song abgibt und mich teils ein wenig an die grandiosen SPARTA erinnert.
Diese häufigeren clean gesungenen Parts führen auch dazu, dass Sänger Sean Mahon eine noch wichtigere Rolle innerhalb der Band einnimmt. So präsentiert er sich häufig als eine Art Zeremonienmeister, thront über der Musik, nur um sich dann wieder umso härter in die Wellen aus Bass, Gitarre und Schlagzeug zu werfen. Mit einer Inbrunst, die den Eindruck vermittelt: Was hier geschrieen wird, muss geschrieen werden!
Doch es ist keineswegs so, dass WE NEVER LEARNED TO LIVE  hier ein leicht zugängliches Album geschaffen hätten. Bei den ersten Hördurchlaufen hat man regelrecht den Eindruck, dass sich einem die 8 Songs wie eine massive Wand entgegenstellen und einen auffordern, sich nach und nach einen Weg zu Bahnen. Denn dadurch, dass sich die Lieder zum einen alle recht ähnlich sind, und zum anderen auch alle recht lang sind, dauert es eine Weile, bis man beginnt Strukturen wieder zu erkennen und für sich zu gewinnen.
Dass ich mich aber immer wieder hingesetzt habe, um dieses Album zu hören, obwohl es am Anfang schwer fällt, liegt wohl nicht am tollen Artwork, an den rätselhaften Songtiteln, oder dem Geheimnisvollen, mit dem die Briten ihre Musik umgeben. Denn das Blut, dass das Herz dieser Band zum Schlagen bringt, sind schlicht und ergreifend: Emotionen.
Denn bei all der dichten Atmosphäre und den epischen Songs verlieren WE NEVER LEARNED TO LIVE  nie die Dringlichkeit ihrer Musik aus dem Auge, so dass man am Ende wenn sich der Nebel etwas legt die ursprüngliche, rohe Emotion sehen kann, die diese Musik antreibt.

Was WE NEVER LEARNED TO LIVE  hier geschaffen haben ist wohl ein klassischer „Grower“, ein Album das wächst. Es ist massiv, atmosphärisch und mitreißend. Ich bin wirklich gespannt wohin mich meine Reise mit diesem Album noch tragen wird, wie weit es noch wachsen wird. Momentan ist kein Ende abzusehen!


Autor

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Janis

Autoren Bio

"Wenn ich so einen richtig tollen Song höre, dann muss ich immer mit dem Kopf nicken, als würde ich zu jedem einzelnen Takt "Ja" sagen. Und manchmal schwenke ich dann auf einmal um und sage "Nein, nein, hört bloß nicht auf zu rocken"." - Homer S.

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