Plattenkritik

Whitechapel - Our Endless War

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 25.04.2014
Datum Review: 26.04.2014

Whitechapel - Our Endless War

 

Alex Wade (Gitarrist) verkündet in der Pressemitteilung, dass WHITECHAPELs neues Album „Our Endless War“ eine Symbiose aus den Alben „This Is Exile“, „Whitechapel“ und „A New Era of Corruption“ seit und dadurch alle qualitativen Stärken des US Sextetts in den Vordergrund rücke. "Whitechapel is a record that we all loved and put a lot of effort into, and I believe that was the beginning of us maturing our sound. But, two years later I feel that there were only four or five really good songs on there, while on Our Endless War I feel like every song is a great song. There's no filler, there's nothing there for the sake of it, and I stand behind everything we put into it."

Unrecht hat der junge Mann damit nicht. Denn bereits der Opener und Titelsong 'Our Endless War' ist ein schnelles Biest, das einem ins Gesicht springt und sich darin verbeißt. Interessanterweise schimmert hier sogar ein bisschen Rock´n´Roll Feeling durch. Schnell, aber mit einem mächtigen Groove versehen. Besonders einprägsam der Refrain, der durch seine Melodien äußerst atmosphärisch klingt. Dazu kommt noch, dass Phil neben Johnny Davy einer der besten Shouter derzeit ist. Diese Stimme hat einen unheimlichen Wiedererkennungswert. 'The Saw Is The Law' ist dann wieder eine typische WHITECHAPEL Nummer, zu der man sein Wohnzimmer zerlegen möchte. Ich bezweifle zwar, dass drei Gitarren wirklich Not tun, aber das Riffing (inklusive der Soli) überzeugt in puncto Sound und Arrangement. Zum ersten Mal kommen die drei Gitarren wirklich durch und erschaffen eine unerwartete Tiefe. Deutlich hörbar ist, dass die Band beim Schreiben von „Our Endless War“ scheinbar einige alte Thrash Platten gehört zu haben scheint. Doch dieses Element steht der Scheibe gut zu Gesicht. Wie eben auch die gemäßigten, beinahe epischen Hooklines wie in 'Mono', wenn auch 'Let Me Burn' dann doch sehr in die Fußstapfen der voran gegangenen Songs tritt und somit den ersten Makel darstellt. Wobei das Jammern auf hohem Niveau ist, denn der Vers ist eingängig und schwer, wie eine Dampfwalze. Dennoch, im Refrain hab ich das Gefühl, dass ich das auf dieser Platte schon mal gehört habe. 'Worship The Digital Age' ist ein Song der einfach nur großartig ist. Lyrisch, wie musikalisch und der Anfang mit dem langen Growl erinnert mich an meine erste WHITECHAPEL Erfahrung mit 'The Somatic Defilement'. 'How Times Have Changed' gefällt mir auf Grund des Drummings, allerdings ist der Rest des Lieds ähnlich wie 'Let Me Burn' wieder weniger überraschend. Bei 'Psychopathy' habe ich für einen kurzen Moment das Gefühl einer Ballade zu begegnen, aber weit gefehlt. Der Song ist ein brutaler Hassbatzen, der die Schlagkraft eines Bolzenschussgeräts besitzt. „Come on, and dance with me“ heißt es im Refrain und ich wiege mich innerlich zum Todesreigen. 'Blacked Out' ist sehr eingängig und blasted was das Zeug hält. Überraschungsmoment das Gitarrensolo, das traditionelle Elemente enthält und ich in diesem Zusammenhang nicht erwartet hätte. 'Diggs Road' entlässt den Hörer mit einem entspannenden Intro, was an dieser Stelle auch wirklich nötig ist. Denn wenn man die ganze Zeit nur zusammen gebrüllt und weg geblastet wird, ist ein bisschen Tempo raus sehr angenehm. Auch hier wieder ein bemerkenswerte Solo.

Insgesamt kann den Aussagen Wades fast gänzlich zugestimmt werden. Ein wirklicher Füller ist hier nicht auszumachen, auch wenn zwei der zehn Nummern leicht zurückfallen. Der Sound drückt ohne Ende, da man wie bei „Whitechapel“ auf Produzent Mark Lewis zurück gegriffen hat, aber es ist vor allem der Raum für Melodien und Voicings in den Gitarren, sowie die Punchlines Bozemans, die man einfach gleich nach dem ersten Hördurchgang mitsingen könnte. „Our Endless War“ ist mächtig und wird WHITECHAPEL (zurecht) nur noch weiter nach vorne katapultieren. Ein neues Logo hat man auch, um den selbst gefühlten Wendepunkt in ihrer Karriere auch visuell zu markieren.

„Whitechapel opened a lot of doors for us and we want to open a whole lot more with this new record. This is the best we've ever been, and we don't want to let anything stand in our way." Stimmt!

Tracklist
01. Rise
02. Our Endless War
03. The Saw Is the Law
04. Mono
05. Let Me Burn
06. Worship the Digital Age
07. How Times Have Changed
08. Psychopathy
09. Blacked Out
10. Diggs Road

Alte Kommentare

von Cloudkicker 26.04.2014 11:52

Superhart und aggro und dennoch intelligent und mit politischen Bezügen. Weiter so - music mit brain braucht die Welt!

von Enrico 26.04.2014 14:29

Richtig unterhaltsames Album. Und natürlich Bozeman. Macht Spaß.

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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