Plattenkritik

William Elliott Whitmore - Field Songs

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Release Date: 15.07.2011
Datum Review: 10.08.2011

William Elliott Whitmore - Field Songs

 

 

Was war wohl zuerst da? Die Stimme oder das Banjo? „Field Songs“ heißt das Album. Und genau solche erzählt es auch. Schlagzeug oder sonstige Begleitungen hat WILLIAM ELLIOTT WHITMORE für seine acht neuen Songs beinahe gänzlich in den Stall verbannt. Würden ja bei der Heuernte, beim Fischen oder Gartenzaun reparieren nur stören.

Etwas speziell ist das zitternde und kratzende Organ des Farmjungen aus Iowa auch auf „Animals In The Dark“ und „Song Of The Blackbird“ schon gewesen. Aber die Möglichkeiten boten sich, diese vertraut schaudrige Stimme lieb zu gewinnen. „Field Songs“ erzählt vom Hausbau, von familiären Werten und tatsächlicher Feldarbeit - und klingt dabei so geschwungen roh und nach der Natur des mittleren Westens wie „One Man´s Shame“ oder „The Buzzards Won´t Cry“, frühere Beiträge des Troubadours. Der 33-jährige läuft mit „Bury Your Burdens In The Ground“ nur gemächlich warm, die landschaftliche Vertonung zu Beginn kauft man WILLIAM ELLIOTT WHITMORE allerdings blind ab. „Let´s Go To The Field, We´re Gonna Do Some Work. Spend The Day Digging In The Dirt.“ beschwört er im Titelsong hinauf – und weiß sicher wovon er spricht. Am Ufer des Mississippi aufgewachsen zählen ab der Jugend des Songwriters Werte rund um Landwirtschaft und Malocherclan, die er wahlweise mit Banjo oder Gitarre lebendig aber einfühlsam fortzupflanzen versucht.
Das Americana-lastige „Let´s Do Something Impossible“ klingt ebenso speziell gewürzt wie das schwungvolle(re) „Don´t Need It“. Wer jedoch die besondere, persönliche Note in Whitmores Musik und Saitenarbeit schon zuvor verkannte, wird auch „Field Songs“ nicht als herzliche Einladung verstehen können. „We´ll Carry On“ hat wie so oft deutlichen Soundtrackcharakter - das monoton-metallisch gezupfte Banjo weht wie ein eisiger Wind über das sonst kahle und gespenstische Ackerland.

WILLIAM ELLIOTT WHITMORE braucht nicht viel, um viel zu erklären und zum Leben zu erwecken. Ebenso hat seine Musik die nötige Tiefe, um abseits von Lautstärke und Erläuterungen überleben zu können. „Field Songs“ reiht sich wunderbar ein in die Diskographie des Amerikaners, die nur ein gelebter Augenzeuge so authentisch und wahrhaftig aus dem Ärmel schütteln kann.

Trackliste:

1. Bury Your Burdens In The Ground
2. Field Song
3. Don’t Need It
4. Everything Gets Gone
5. Let’s Do Something Impossible
6. Get There From Here
7. We’ll Carry On
8. Not Feeling Any Pain

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.